Reden statt aufbrausen, Bedürfnisse erkennen statt ersticken: Der Paul-Gerhardt-Kindergarten der "Die Kita" trainiert mit dem Programm "Mit Tim und Tula durch den Tag" der Deutschen Liga für das Kind das richtige Äußern von Gefühlen und die Gestaltung von Beziehungen. An diese wichtigen Fähigkeiten erinnert der "Tag der gewaltfreien Kommunikation".

Die Schaufel lag im Sandkasten, eine kleine Hand greift danach. Marie schubst Tim: "Die hatte ich!" Doch der Junge verteidigt seinen Schatz und tritt Marie auf den Fuß: "Nein, die war frei!" Situationen wie sie wohl in jeder Kindertageseinrichtung oder auf jedem Spielplatz vorkommen: Es ist aber auch eine Szene, wie sie seit kurzem die beiden Handpuppen "Tim und Tula" im Paul-Gerhardt-Kindergarten behandeln. Die Einrichtung nimmt seit einem Jahr an dem Programm "Kindergarten plus" der Deutschen Liga für das Kind teil und beginnt nun - nach coronabedingter Unterbrechung - mit den praktischen Einheiten im Kindergartenalltag.

Das Programm, das unter anderem vom Lions-Club Bayreuth-Kulmbach gefördert wird, begeistert die Kinder aufgrund seines kreativen und interaktiven Konzepts und seiner alltagspraktischen Themen: Sie lernen spielerisch, ihre und die Gefühle anderer einzuschätzen, Konflikte gewaltfrei zu lösen, Kompromisse zu schließen, selbstbewusst zu sein und auch "nein" sagen können. Nahezu die Hälfte der Mitarbeitenden des Paul-Gerhardt-Kindergartens hat sich für das Programm "Mit Tim und Tula durch den Tag" fortgebildet, dabei war dies nicht das erste Projekt, das im Zeichen der Gewaltprävention stattfand. Bis vor kurzem fanden etwa Kurse nach Marschall Rosenberg statt, innerhalb derer eine Giraffe zur Kommunikation genutzt wird. Die Handpuppe spricht mit den Kindern über angenehme und unangenehme Gefühle und trainiert mit den Kindern, bei Konflikten fair zu handeln. red