Nils Schäftlein, und Julian Ott

Es hat Spaß gemacht. Am vergangenen Dienstag fand in Eggolsheim im Rahmen des Projekts "Bock auf Demokratie" das Planspiel "Politik vor Ort" statt. Die meisten der 21 Kinder, die an dem Projekt teilnahmen, waren mit Begeisterung dabei. Zuerst fragte Jugendpflegerin Teresa Borek, wer welche Rolle einnehmen möchte. Einige der Jugendlichen wollten Bürgermeister im Planspiel sein. Deshalb wurde ausgelost und Patricia Schlund durfte die Bürgermeisterin der erfundenen Gemeinde "Loggesheim" sein. Die anderen Kinder bekamen Rollen in der Mehrheitsfraktion, der Opposition, der Nachbarschaftsvereinigung, der Jugendinitiative oder dem Presseteam.
Danach trafen sich die Jugendlichen mit dem Ersten Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB). Dieser überreichte Patricia Schlund ganz offiziell die Amtskette. Schwarzmann erklärte, dass die Amtskette sehr wertvoll sei. Sie besteht aus Silber und hat einen hohen symbolischen Wert. Am unteren Ende der Kette ist das Eggolsheimer Wappen, dann kommt das Fränkische, danach das von Forchheim und Bamberg und schließlich das Bayerische Wappen. Die Amtskette wird nur an besonderen Tagen zu offiziellen Anlässen getragen. Sie stammt aus dem Jahr 1956 und wird normalerweise im Tresor aufbewahrt.
Danach befragten Katharina Schlund und Nils Schäftlein den Bürgermeister, während Julian Ott fotografierte. Die drei Jugendlichen hatten sich mit anderen für die Rollen als Presseteam gemeldet und waren ausgelost worden. Katharina Schlund und Nils Schäftlein fragten zum Beispiel, was Schwarzmann gelernt habe. Dieser antwortete, dass er Diplom-Agraringenieur sei und ein Diplom in Frankreich und eines in Deutschland gemacht habe. Auf die Frage wie lange er täglich arbeite, antwortete der Bürgermeister, dass er an Tagen ohne Sitzung acht bis neun Stunden arbeite. An Tagen mit Sitzungen oder Versammlungen 13 bis 14 Stunden.
Schwarzmann hatte keinen Traumberuf als Kind, später wollte er eigentlich Entwicklungshelfer werden. Er erzählte, dass er sich am Anfang seiner Amtszeit beobachtet gefühlt hatte, jetzt nicht mehr. Er hatte sich aufstellen lassen, weil er für die Gemeinde etwas bewegen wollte.
Danach befragte das Presseteam des Planspiels Patricia Schlund, die für einen Tag in die Rolle der Bürgermeisterin schlupfen durfte. Sie erzählte, dass ihr die Rolle Spaß gemacht habe. Sie fand es schön, dass sie zu allen Themen gefragt wurde. Unangenehm war dann allerdings während des Planspiels, dass sich die Jugendlichen, die die Rollen der Nachbarn spielten, bei ihr über den geplanten Bolzplatz beschwerten. Patricia möchte im echten Leben Astronautin werden, könnte sich aber auch vorstellen für eine Periode Bürgermeisterin zu werden.
Die Jugendlichen hielten eine Bürgerversammlung und eine Gemeinderatssitzung ab. Jede Partei konnte ihre Meinung abgeben. Dabei ging es manchmal ziemlich hitzig zu, denn die Jugendlichen wollten einen Bolzplatz und die Nachbarn hatten Angst, dass sie ihre Häuser wegen der Lärmbelästigung dann nicht mehr vermieten könnten. Jugendpflegerin Teresa Borek hatte das Planspiel geleitet und war am Ende sehr zufrieden.