Ein heißes Eisen ist in Reckendorf die Betreuung der Kinder in Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort. Nicht glücklich war da vor allem die Johanniter-Unfallhilfe als Träger des neuen Kindergartens "Kinderinsel" in Reckendorf, die der Meinung war, dass wegen des gestiegenen Bedarfs eine neue Kinderkrippengruppe eingerichtet werden müsse. Jedoch konnten weder die seitens der Gemeinde durchgeführte Erhebung noch die seitens der Johanniter vorgelegten Zahlen den vermeintlichen Bedarf bestätigen.
Als Kompromiss kam der Gemeinderat im Mai den Johannitern auf Anregung des Elternbeirats entgegen, und beschloss mit Billigung der Johanniter, die Schülerbetreuung jedenfalls für einen vorübergehenden Zeitraum aus der "Kinderinsel" auszulagern. Nachdem sowohl die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Bamberg, wie auch die Johanniter-Unfallhilfe in der Gemeinderatssitzung vom 9. Mai ihre Schülerbetreuungskonzepte vorgestellt hatten, entschied sich der Gemeinderat für das Konzept der Awo, ab September 2017 im alten Kindergarten für zunächst zwei Jahre nun eine Hortgruppe für die Schulkinder zu installieren.
Nun wünschen die Johanniter jedoch die Beibehaltung der Schülerbetreuung für verbliebene fünf Schüler und gleichzeitig die Erweiterung der Kinderkrippe um eine Gruppe. Dafür soll eine nicht mehr benötigte Kindergartengruppe aufgelöst werden. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erörterten die Leiterin der Kindestagesstätte, Saskia Hartmann, und der neue ehrenamtliche Regionalvorstand der JUH, Götz Freiherr von Rotenhan, ihre Vorstellungen.
Auf keinen gemeinsamen Nenner kamen Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) und die Vertreter der Johanniter-Unfallhilfe bei den verschiedenen Betrachtungsweisen und der Ermittlung und Deutung der Bedarfszahlen für die Kinderkrippe. Deinlein argumentierte, dass eine reine Aufrechnung der Anmeldungen nicht ausreichend sei. Es müsse auch berücksichtigt werden, dass Kinder mit Vollendung des dritten Lebensjahres in den Kindergarten wechselten, wodurch in der Krippe immer wieder Plätze frei werden. Der Bedarf sei nach der Anzahl der Kinder festzustellen, für die gleichzeitig Betreuungsbedarf bestünde. Diese Zahl sei deutlich geringer als die Anzahl der insgesamt zu betreuenden Kinder.
Von Rotenhan wies hingegen darauf hin, dass immer ein gewisser Prozentsatz freier Plätze vorgehalten werden müsse, den er auf drei Prozent und Saskia Hartmann auf 50 Prozent bezifferten. Ausdrücklich verwies Hartmann darauf, dass das neue Gruppenkonzept keinen Nachteil für die Kindergartenkinder bringe und dass im Landratsamt die Pläne der Johanniter gutgeheißen würden.


Intensive Diskussion

Nach intensiver, teilweise kontroverser Diskussion folgte der Gemeinderat mit 12 : 1 Stimmen dem Beschlussvorschlag von Hartwig Pieler (CSU), wonach der Gemeinderat befristet für das kommende Kindergartenjahr 2017/2018 den Wunsch der Johanniter akzeptierte, dass die Kindergartengruppen von derzeit drei auf zwei reduziert, die Krippengruppen von derzeit einer auf zwei angehoben werden sollen sowie die altersgemischte Gruppe als Schülerbetreuung fortbestehen soll.
Mit der Schaffung einer Schulkindbetreuung durch die Awo Bamberg im alten Kindergarten als Kinderhort wurde eine Bedarfsanerkennung der Gemeinde Reckendorf erforderlich. So stimmte der Gemeinderat mit 12 : 1 dem Betreuungsbedarf für eine Gruppe Schulkinder mit 25 Plätzen zu.