von unserem Mitarbeiter 
Manfred Welker

Hesselberg — Ein 25-Meter-Baum kündet gegenüber der Gastwirtschaft Jägersruh davon, dass in Hesselberg Kerwa ist. Aufgestellt wurde er am Grundstück von Konrad Warter, für den es eine Selbstverständlichkeit ist, die Kerwa im Ort zu unterstützen. "Traditionen müssen gepflegt werden, und wenn ich etwas dazu beitragen kann, mache ich das gerne", sagte Konrad Warter selbst.
Um den Kerwasburschen die Arbeit zu erleichtern wurde zum Baumaufstellen schon vor einiger Zeit ein Stahlrohr in den Boden eingesenkt, das Roland Kreiner, der Schwiegersohn von Bruder Herbert Warter extra für diesen Zweck hergestellt hatte. Der Baum wurde aus einem Privatwald zu diesem Zweck gespendet.


Leiterwagen-Tour

Für die Ortsburschen war zunächst am Samstag Schwerarbeit angesagt. Bei dieser Aktion ging alles glatt, sodass der erste Baum verwendet werden konnte. Eingeholt wurde der 25-Meter-Baum mit einem Traktor, gesteuert von Thomas Dreßel, der diesen Job von seinem Vater übernommen hatte.
Mit dabei, auf einem geschmückten Leiterwagen, waren natürlich die Ortsburschen unter der Leitung von Oberortsbursche Nico Kreiner. Der Leiterwagen stammt von Norbert Schaub aus Großenseebach, der es vermutlich nicht ungern sieht, dass dieses alte Gerät bäuerlicher Arbeit wieder im Einsatz ist.
Einer der in Hesselberg im Hintergrund dafür sorgt, dass bei den Kirchweihbräuchen alles rund läuft, ist Roland Zehner. Bei ihm ist der Wagen zum Baumholen eingestellt. "Ich bin der Ausrüster", sagt er von sich.


Frankenrechen ziert den Baum

Kleine Fähnchen in den Farben rot und weiß, mit dem aufgelegten Frankenrechen flattern in Hesselberg. Zehner hat auch dafür gesorgt, dass eine wetterfeste Frankenfahne den Baum bekrönt und am Stamm Frankenflaggen befestigt sind. Diese Franken-Ausstattung hat er in diesem Jahr bereits zur Kerwa in Neuenbürg ausgeliehen, was dort ebenfalls gut ankam.
Nachdem der Baum mit rot-weißen Bändern, einem Kranz und Frankenflaggen geschmückt war, konnte in Hesselberg die Arbeit beginnen. An den drei Schwalbenpaaren, zur Verfügung gestellt von Baptist Winkelmann aus Hannberg, packten die Ortsburschen und weitere Unterstützer kräftig an, sodass der Baum unter dem Kommando von Paul Bräunig schnell in der Senkrechten stand. Danach wurde er verkeilt und mit Zweigen abgedeckt. In der Nacht wurde der Baum gut bewacht, damit das gute Stück bis zum "Raustanzen" am Montag unbeschädigt blieb.


Karpfen-Saison eröffnet

Die diesjährige Kerwa begann am Freitagvormittag mit einer Schlachtschüssel und frisch gebackenem Bauernbrot. Am Abend gab es vermutlich die ersten Karpfen der Saison 2015/2016 aus der Region, die in der Küche des Gasthauses Jägersruh in der gewohnt hervorragenden Qualität zubereitet wurden. Ein Tribut an die vielen Weiher rund um Hesselberg.
Seit 1995 kümmert sich Manfred Mirschberger, Besitzer der Gastwirtschaft Jägersruh, mit Unterstützung der Verwandtschaft und zahlreicher Helfer um die Ausrichtung der Kerwa in Hesselberg. Den ganzen Tag konnten sich die Gäste der Hesselberger Kerwa im Zelt mit Speis und Trank verwöhnen lassen.