von unserer Mitarbeiterin  Lena Thiem

Kemmern — In zwei Sachstandsberichten informierte Bürgermeister Rüdiger Gerst (CSU) den Gemeinderat über die aktuelle Situation bezüglich des Bahnausbaus (VDE 8) und des Neubaus der Autobahnbrücke (A 73). Er erklärte, dass er die Forderungen und schriftlich eingereichten Einsprüche der Gemeinde Kemmern mündlich beim Anhörungsverfahren der Regierung von Oberfranken in Lichtenfels Anfang Juni dargestellt und bekräftigt habe. Zudem habe er den zuständigen Schallschutzexperten des DB-Projektbaus Hans Höck erneut auf die Situation in Kemmern hingewiesen und um nochmalige Überprüfung der errechneten Werte gebeten. Ein von der Gemeinde Kemmern in Auftrag gegebenes Gutachten bezweifelt die Plausibilität der von der Bahn gelieferten Schallschutzwerte und empfahl eine Erhöhung der Lärmschutzwände von momentan geplanten drei auf dreieinhalb Metern. Diese Forderung habe Gerst umgehend in einem Nachtragsschreiben an die Regierung von Oberfranken gerichtet. Dass Kemmern durch den Ausbau aus gemeindlicher Sicht besonders hart betroffen ist, habe er ebenso bereits auf dem politischen Weg an das Verkehrsministerium und auch persönlich an die zuständige Autobahndirektion in Bayreuth vermittelt.
Im Beisein der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU) hatte Gerst Ende Mai ein Gespräch mit dem Baudirektor der Autobahndirektion Bayreuth, Wolfgang Lukas. Dieser war dahingehend zu Eingeständnissen bereit, dass mit extra Asphalt, erhöhtem Spritzschutz und breiten Kappen für eine eventuelle Nachrüstung von Lärmschutzwänden auf die Belange Kemmerns weitest möglich eingegangen werde. Ein Rechtsanspruch auf Lärmschutz bestünde seiner Meinung nach nicht, eine Änderung könnte eine anstehende Verkehrszählung 2015 ergeben. Oliver Dorsch (ZfK) regte an, aktuelle Zahlen der Verkehrsbelastung abzufragen wie auch eine eigene Verkehrszählung zu veranlassen. Um weitere Fragen direkt zu klären, einigte man sich darauf, den zuständigen Schallschutz-Gutachter in den Gemeinderat einzuladen.