Oberhalb der Tennisplätze des Vereins Weiß-Rot Coburg steht auf einer Fläche von 1,5 Hektar kein Baum mehr. Drei Birken verlieren sich auf dem Areal und noch eine einsame Kiefer. Von dem Fichtenwald sind nur noch die Stümpfe geblieben.

Abgeholzt wurde das Waldstück in den vergangenen Monaten vom Grünflächenamt der Stadt. Die Trockenheit der letzten Jahre und der Borkenkäfer haben den Fichten den Garaus gemacht.

"Das war 2020 die größte Schadfläche des städtischen Waldes im Stadtgebiet", erklärte am Mittwochnachmittag Stadtförster Stephan Just dem Senat für Klimaschutz, Mobilität und Energie (SKME).

Neben der unschönen Optik und dem Schaden für die Ökologie bedeute das viele Schadholz auch einen wirtschaftlichen Schaden, erläuterte Just. Rund 1000 Festmeter schadhaftes Holz mussten zwischen der Hut und den Tennisplätzen entfernt werden. Waren einst 90 Euro für den Festmeter zu erlösen, sind es im vergangenen Jahr noch 22 Euro gewesen. Denn Trockenheit und Borkenkäfer lassen die Fichten-Monokulturen überall im Land absterben. "Die befallenen Bäume müssen entfernt werden", stellte Just fest. Deshalb müsse mehr Holz geschlagen werden als tatsächlich gewollt und nachwächst.

In den letzten Jahren sind deshalb ausschließlich Laubbäume gepflanzt worden, um so den Wald artenreicher und widerstandsfähiger zu machen. 11 000 Bäume sind 2019 und 2020 in den 300 Hektar großen Wäldern der Stadt gepflanzt worden.

In den nächsten zwei Jahrzehnten sollen Laubbäume einen Anteil von 80 Prozent haben, erklärte Stadtförster Stephan Just. Wald brauche Zeit. Als Lebensraum, Wasser- und Kohlendioxid-Speicher sei er unersetzbar.