Bernhard Panzer

Nicht alle waren begeistert. "Wohin geht es mit unseren Schulen?" wollte Bernhard Schwab (CSU) in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend wissen. Wenn die neuen Baugebiete auf der Herzo Base und an anderen Stellen in der Stadt bezogen sind, seien mindestens 2000 Neubürger zu erwarten. Und deren Kinder sollen alle in die Carl-Platz-Schule? Für den CSU-Fraktionsvorsitzenden würde sich anbieten, auch über andere Lösungen nachzudenken.
In der Sitzung ging es darum, wie groß der Ersatzneubau für den jetzt abgerissenen Pavillon auf dem Grundstück der Carl-Platz-Schule werden soll. Die Stadt will einer steigenden Schülerzahl dort mit einem massiven Neubau begegnen. Der soll bereits jetzt mit einem zweiten Obergeschoss versehen werden. Das ist zwar noch nicht erforderlich, die Besiedelung des Stadtteils Herzo Base aber erfordert auf absehbare Zeit mehr Platz.
Bürgermeister German Hacker (SPD) geht von etwa fünf Jahren aus, bis man das neue Schulhaus komplett belegen kann. Also werde nach Bauende im Jahr 2018 keine lange Zeit mehr vergehen, bis auch die Reserve bezogen wird. Damit ist das zweite Obergeschoss des Neubaus gemeint, das jetzt bereits mitgebaut, aber erst später genutzt wird. Darin finden weitere vier Klassenzimmer Platz.
Der Stadtrat schloss sich mit klarer Mehrheit (19 zu acht) dem Vorschlag der Verwaltung an, die größere Variante zu wählen. Das hatte der Kulturausschuss schon so empfohlen. Die vom Architekten Friedrich Bär erläuterte Planung hätte die im Raumprogramm geforderten Räumlichkeiten zwar in einem niedrigeren Bau untergebracht. Doch dann wäre man wohl in ein paar Jahren vor dem Problem einer Erweiterung gestanden. So aber wird der Neubau schon jetzt entsprechend groß.
Die Mehrheit im Stadtrat fand dies sinnvoll. Für Sandra Wüstner (SPD) spart die große Lösung einen baldigen erneuten Umbau und damit Ärger. Denn dann müssten die Kinder vorübergehend in Container ausgelagert werden. Auch Peter Simon (Grüne) hielt Unterricht während der Umbauten für extrem schwierig, weshalb man das vermeiden sollte.


Gegen Sprengeländerung

Dass die bald 1800 Neubürger auf der Herzo Base ihre Kinder alle nach Herzogenaurach schicken sollen, das wollten in der Diskussion aber mehrere Stadträte nicht nachvollziehen. Man sollte stattdessen Niederndorf bevorzugen. Da könnten die Schüler den neuen Radweg von der Herzo Base benutzen, meinte Ille Prockl-Pfeiffer (CSU), und Platz für eine Erweiterung wäre dort ja auch.
Eine Änderung des Schulsprengels "quer durch die Herzo Base" hielt Bürgermeister Hacker jedoch für fatal. Die Schüler des ersten Bauabschnitts besuchen die Carl-Platz-Schule, und die neuen Bewohner ein paar Meter weiter sollen dann nach Niederndorf? Mit Hacker ist das nicht zu machen.
Er ließ damit auch Bedenken nicht gelten, dass der Standort Carl-Platz-Schule schon jetzt sehr viel Verkehr habe. Dass das neue 13 Meter hohe Gebäude den Naherholungswert des benachbarten Wiwaweihers beeinträchtigt, merkte außerdem CSU-Fraktionschef Schwab an. Und auch die Idee von Christian Schaufler (Freie Wähler), doch über eine eigene Schule auf der Herzo Base nachzudenken, sei nicht praktikabel. Hacker: "Dafür ist sie zu klein."
Prognosen über genaue Schülerzahlen der Zukunft aufzustellen, hielt Hacker für schwierig. Allerdings könne man davon ausgehen, dass dieser Neubau zusammen mit einer möglichen Erweiterung der Schule in Niederndorf (drei Klassenzimmer wären dort möglich) für die nächsten zehn bis 15 Jahre ausreichend Raum bietet. Dann erst könne man sich im Stadtrat vielleicht erneut unterhalten, ob nicht doch eine Schule auf der Herzo Base angebracht wäre.