von unserem Mitarbeiter Helmut Will

Ebern — Keine Angst hat Katja Hennemann, mit ihrem Berufswunsch in eine Männerdomäne einzubrechen. Die sympathische 17-Jährige aus Breitengüßbach begann am Montag beim Autohaus Dietz in Ebern eine Lehre als Kraftfahrzeugmechanikerin. Sie kommt in Ebern mit einem "125-kubik-schweren Feuerstuhl" an. Als sie diesen "aufgebockt" hat und ihren Helm abnimmt, quellen darunter schulterlange kastanienbraune und lilafarben gesträhnte Haare hervor. Mit Schrauben und Reparieren hat sie schon seit ihrer Kindheit zu tun. "Mein Vater hat einen Bauernhof und da habe ich schon seit ich laufen kann, mit rumgeschraubt", sagt Katja, die auch gerne mit dem Go-Kart ihre Runden dreht. Sie hat quasi schon seit ihrer Kindheit "Benzin im Blut".
Besucht hat Katja eine private Wirtschaftsschule und dort ihren mittleren Bildungsabschluss gemacht. "Für mich stand schon immer fest, dass ich was Praktisches machen werde und da mich Autos und Motoren faszinieren, lag es nahe, dass ich in die Kfz-Branche gehe", erläutert die 17-Jährige. Warum macht sie eine Ausbildung in Ebern und nicht näher zu ihrem Wohnort? "Meine Mutter fährt einen Opel und lässt diesen in Ebern warten, da war ich auch öfters mit dabei und da mir der Betrieb gefällt, habe ich mich kurzerhand beworben", sagt Katja. Von der Firma sei nachgefragt worden, ob ich mich tatsächlich als Automechanikerin und nicht vielleicht für einen Bürojob bewerben wollte. "Eventuell hat man gemeint, ich hätte mich bei meiner Bewerbung getäuscht."
"Nein", sagt die junge Frau, "meine Bewerbung war schon ernstgemeint und ich denke, dass ich in diesem "Männerberuf" keine Probleme mit Arbeitskollegen bekomme. Bei einem einwöchigen Praktikum in der Firma waren alle sehr nett und ich meine, dass ich mit allen gut auskommen werde." Zur Berufsschule wird sie während ihrer Ausbildungszeit nach Haßfurt müssen. "Ich habe für Bamberg einen Gastantrag für die Berufsschule gestellt, weil ich es dorthin von meinem Wohnort aus näher hätte, aber der wurde abgelehnt, weil sich mein Ausbildungsbetrieb im Landkreis Haßberge befindet."
Letztlich ist das für sie auch nur ein zeitliches Problem. Als fahrbaren Untersatz hat die junge Frau gegenwärtig ein Kleinkraftrad. Auf dieses schwingt sie sich und fährt zurück nach Breitengüßbach. Fahrzeuge sind ihr Metier, in den kommenden drei Lehrjahren wohl mehr denn je. Katja Hennemann scheint ehrgeizig zu sein. "Ich möchte schon meine Meisterprüfung machen", sagt sie mit überzeugender Stimme. Was danach wird, lässt sie offen.