bernhard Panzer

An zwei Stellen gerät die geplante Südumfahrung von Niederndorf mit der bestehenden Bahntrasse in Konflikt. Weil aber wegen des Straßenbaus die Schiene nicht in ihrem Bestand beeinträchtigt werden darf, muss dieses Problem gelöst werden. Das bedeutet schlicht, dass Brücken gebaut werden müssten. In Höhe des Schaeffler-Parkplatzes jedoch wäre diese Lösung alles andere als sinnvoll.
Das teilte Bürgermeister German Hacker (SPD) mit, bezugnehmend auf einen nichtöffentlichen Beschluss der letzten Planungsaussschusssitzung. Um ein "irrsinniges Bauwerk" zu vermeiden, wurde ein Stück Bahnlinie schlicht freigestellt. Damit bekomme die Kommune die Planungshoheit und müsse nicht auf die Trasse in dem betroffenen Bereich Rücksicht nehmen.
Zur Erklärung: Im Planfeststellungsverfahren zur Südumgehung ist geregelt, dass die bestehende Bahntrasse jederzeit reaktiviert werden kann. Sollte das irgendwann in der Zukunft mal Thema werden, so Hacker, müsse das eben auch problemlos gelingen können.


350 Meter lang

In Höhe des Schaeffler-Parkplatzes kreuzt die neue Umgehung die Bahnlinie auf einer Fläche von 5100 Quadratmetern respektive rund 350 Metern Länge. Damit aber nicht nur die Straße, sondern auch die Bahntrasse weiter Bestand hat, zumindest theoretisch, müsste man eine Brücke bauen. So wie es am zweiten Kreuzungspunkt nahe Neuses geschieht. Die dortige sei ohnehin erforderlich, um Lastwagen, beispielsweise zur Kläranlage, und schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge aufzunehmen, sagte Hacker. Also dort habe man kein Problem.
Am westlichen Ende, also beim Schaeffler-Parkplatz hingegen, wäre es Unsinn, eine Brücke zu bauen, nur um eine stillgelegte Bahnlinie aufrecht zu erhalten. Das würde einen erheblichen und auch unverhältnismäßigen Aufwand bedeuten, heißt es in den Erläuterungen zur Sitzung.
Deshalb brauchte es eine Lösung. Das Eisenbahnbundesamt habe nun vorgeschlagen, einen kleinen Teil der Trasse von Bahnbetriebszwecken schlicht freizustellen. Das bedeutet, dass die Stadt die Südumgehung bauen kann, ohne auf diesen Konflikt eingehen zu müssen. Auf diesen paar hundert Metern würden die Gleise dann einfach abgebaut.
Sollte irgendwann die Bahntrasse aber tatsächlich reaktiviert werden sollen, würde das auch möglich werden. Dann bräuchte es formal ein neues Planfeststellungsverfahren und die Brücke könnte dann dennoch kommen. Nur eben unter dann neuen Voraussetzungen.
Der Planungsausschuss traf am Montagabend einen mehrheitlichen Empfehlungsbeschluss. Abschließend absegnen muss das der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch.