Bamberg — Wann müssen Studenten eigentlich ins Bett? Darum und über die Frage, ob und wie lange sie nachts auf der Unteren Brücke sitzen und sich unterhalten dürfen, ist auf infranken.de erneut eine Diskussion in Gang gekommen. Auslöser war unser Bericht "Viel Verständnis, keine Lösung" über Gespräche zwischen Studenten, dem Chef der Bamberger Polizei und dem Oberbürgermeister zum Thema Lärm.
Durchblicker bittet um Aufklärung: "Ich lese hier, dass die Damen/Herren Studenten ja noch irgendwo hinmüssen können, wenn die Kneipen um 2 Uhr schließen. Verstehe ich das jetzt richtig, dass man nach einem kleinen Kneipenbummel noch mal für 1 bis 2 Stündchen sich auf der Brücke zusammensetzen möchte? Sorry, liebe Studierenden, das genau verstehe ich nun nicht. Reden wir jetzt über einen Abend/Nacht unter der Woche oder machen Sie das verstärkt am Wochenende? Unter der Woche versuchen Sie sich doch an Ihrem Studium und jetzt rechne ich mal: Um 4 Uhr geht's dann ab in die Falle (Bett). Wann beginnen dann Ihre Vorlesungen an der Uni? Falls das noch am Vormittag geschieht, sind Sie dann wirklich in der Lage, nach 3, 4 oder 5 Stunden Schlaf den Lernstoff lückenlos aufzunehmen? Wenn ja, dann ziehe ich meinen (imaginären) Hut, weil ich das nicht könnte oder auch nie gekonnt hätte.
Wie anfangs erwähnt, ich bitte hier um Aufklärung, wie das bei den Studierenden so allgemein abläuft. Es handelt sich keinesfalls um Kritik. Ich wohne nicht in der Stadt, nicht mehr. Und kann jede Nacht in aller Ruhe schlafen. Dem Herrgott sei's getrommelt und gepriesen.
Der Kommentator nicobwl findet, dass im Fall der Unteren Brücke mit zweierlei Maß gemessen wird: "Meiner Ansicht nach gibt es in Bamberg ein krasses Missverhältnis zwischen toleriertem Lärm bei kommerziellen Veranstaltungen und Lärm von Studierenden.
Wo war denn Herr Skrypczak in den letzten Wochen, als nach dem kommerziellen Public-Viewing ... bis zwei Uhr Menschen hupend durch die Straßen fuhren und sich aus dem Auto lehnend rumbrüllten? Zumal sinnloses Hin- und Herfahren nach STVO verboten ist. Was sagt das Messerschmitt-Papier eigentlich zu den ganzen abendlichen Events des Stadtmarketings und dem damit verbundenen Lärm? Ach ja, dass auf Basis der vorhandenen Veranstaltungen diskutiert werden soll. Wo sorgt Herr Skrypczak eigentlich dafür, dass Studierende den Fahrradweg an der Langen Straße ohne Behinderungen durch parkende Autos und riesige Bustouristengruppen ohne Abzusteigen nutzen können?
Wer von den Studierenden, die an der Schönbornstraße wohnen begehrt eigentlich auf, dass sie jetzt in der Prüfungszeit immer bis 0 Uhr Kino aus dem Hainbad hören müssen?
Wo hat sich Herr Starke eigentlich kritisch zu den wachsenden Studierendenzahlen in einer kleinen Stadt geäußert? Wie sorgt die Stadtbau eigentlich für studentischen und nicht nur Luxuswohnraum? Wie werden eigentlich Räume für kleine, studentische Kultur gefördert?
Und ach ja, liebe Bamberger, die ihr auch hier in den Kommentaren und insbesondere auf Facebook wieder in Richtung "faule Studenten" argumentiert... Wer serviert euch eigentlich immer euer Bier und euer Essen in den Lokalen der Stadt?
Auch Kuchen leistet einen Beitrag zum Thema "faule Studierende": "Uni ist keine Schule! Manche Lehrveranstaltungen beginnen schon vor 8 Uhr morgens, andere Lehrveranstaltungen enden erst nach 20 Uhr abends. Und das nicht nur montags bis freitags, sondern auch am Samstag und - ja! - Sonntag! Das Ganze nennt sich dann z.B. Blockseminar... Studierende haben also keineswegs einen so geregelten Zeitplan..., sondern müssen sich ihre Zeit flexibler einteilen. Das bedeutet auch, dass sie oftmals gar keine Freizeit am Wochenende haben und dafür eben unter der Woche mal unter Leute gehen müssen.
meinemeinung hält nichts von dem Versuch, jetzt wieder in eine Studenten-"feindliche" Diskussion abzugleiten. gg