Coburg/Lichtenfels — Den Bau weiterer Stromtrassen lehnen die Landräte und Oberbürgermeister der Landkreise Forchheim, Bamberg, Lichtenfels und Coburg sowie der Städte Bamberg und Coburg ab. Eine gemeinsame Stellungnahme unterzeichneten sie auf Einladung von Landrat Christian Meißner (CSU) im Kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes Lichtenfels.
"Wir sind bereits in erheblichem Maß von durch die Energiewende bedingten Baumaßnahmen - insbesondere Überlandleitungen - belastet", beklagen die Oberbürgermeister und Landräte. Als zahlreiche schon bestehende Infrastrukturprojekte, die erheblich in das Landschaftsbild eingreifen, listen sie die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit mit dem Bau der ICE-Neubaustrecke, der A 73 und der A 70 auf. Durch die aufgeführten Maßnahmen liege die Vermutung nahe, dass die Region bereits heute als so genannter vorbelasteter Raum gelte und damit als Durchgangsraum für mögliche neue Trassen bevorzugt werden könnte. Dieser neuen "Raumkategorie" erteilen Michael Busch (SPD, Landrat Kreis Coburg), Norbert Tessmer (SPD, Oberbürgermeister Stadt Coburg), Christian Meißner (CSU, Landrat Kreis Lichtenfels), Johann Kalb (CSU, Landrat Kreis Bamberg), Andreas Starke (SPD, Oberbürgermeister Stadt Bamberg) und Hermann Ulm (CSU, Landrat Kreis Forchheim) eine deutliche Absage. Dass ihre Landkreise und Städte maßgeblich die Auswirkungen der Energiewende zu tragen hätten, könne keinesfalls akzeptiert werden. Die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur, die Staatsregierung und die Netzbetreiber werden in der Stellungnahme aufgefordert, künftig von der Planung neuer Stromtrassen in Westoberfranken abzusehen. red