Johannes Löhlein, der Geschäftsführer des Diözesanrats in Bamberg, sprach im Pfarrzentrum von St. Magdalena Herzogenaurach zum Thema "Der synodale Weg - ein Einführung: Macht, Partizipation, Gewaltenteilung".

Der katholischen Kirche bläst der Wind ins Gesicht, verstärkt, seit vor inzwischen zehn Jahren Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen öffentlich wurden. Bei einer Umfrage im Januar 2020 in der Hauptstraße von Herzogenaurach zur Rolle der Kirche gab es auch negative Meinungen. Viele sagten: "Macht ist nicht im Sinne Jesu!"

Die Synodalenversammlung in Frankfurt am Main begann am 30. Januar. Daran nehmen geistliche Würdenträger, Ordensleute und Laien teil. Aus Bamberg ist Erzbischof Ludwig Schick ist dabei. Die Satzung für den synodalen Weg wurde durch die Bischofskonferenz beschlossen, es wird vier Synoden geben. Diese befassen sich mit den Schwerpunktthemen Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie der Rolle der Frau in der katholischen Kirche, wie Löhlein in seiner Vorstellung der Synode erläuterte.

Beabsichtigt sei ein Ablauf mit maximaler Transparenz. Vorerst seien zwei Jahre geplant, aber keiner wisse, wohin der Weg führt, keiner wisse, wie lange die Synode tatsächlich dauern wird.

Auf dem Plakat und einem Gebetszettel ist als Idee des Weges der Synode der Emmausgang dargestellt. Während zwei Jünger ihren Weg gehen, kommt Jesus dazu. Er hört geduldig zu, fragt nach ihren Sorgen und Nöten. Der Tenor der Synode lautet: "Was alle angeht, muss von allen besprochen werden", berichtete Löhlein.

Ein zentrales Problem sei für viele, dass die Macht in der Kirche an die Weihe (Priester bzw. Bischof) gebunden ist. Für viele Gläubige herrsche hier eine Diskrepanz - zwar werde die Demokratie von der Kirche als Staatsform befürwortet, aber in der katholischen Kirche herrsche ein hierarchisches System, obwohl es gesellschaftliche und praktische Hinderungsgründe gebe.

Ruf nach neuen Strukturen

"Ämter sind kein Privileg von Einzelnen, sondern Dienst an der Gemeinschaft", so Löhlein. Eigentlich sollte das Subsidiaritätsprinzip bedeuten, dass eine Gemeinde vor Ort ihre Entscheidungen treffen kann, aber wenn es nötig wird, Unterstützung von oben erhält.

Viele seien der Meinung, dass die strukturellen Vorgaben den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche ermöglichten. Vertuschung helfe hier nicht weiter. "Wenn die Kirche ihre Schuld eingesteht, ist sie viel glaubwürdiger!", so der Tenor von Diskutanten. In der Diskussion wurde vielfach die Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit beklagt und daraus der Schluss gezogen: "Wir müssen umkehren!" Die Beiträge hatten hauptsächlich zwei Ausrichtungen. Für die einen war es wichtig: "Wir müssen den Glauben stärken." Ein weiterer Teil der Anwesenden waren der Überzeugung: "Wir müssen die Strukturen ändern."

Für den Theologen Elmar Klinger war als Teilnehmer der Diskussion die Zielsetzung der Synode eindeutig, die Evangelisierung der Gläubigen in Deutschland. Für ihn stellt sich die Frage: "Wie hängen Glaube und säkulare Welt zusammen?" Außerdem ist für Klinger noch nicht geklärt: "Was ist die Aufgabe in der Welt heute auf der Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils?"

"In der Frage des Frauenpriestertums muss die Kirche einen Schritt weiterkommen, sonst disqualifiziert sie sich für die Zukunft", war Moderator Hans Schmid der Überzeugung. Aus den Beiträgen ging hervor, wie sich die Anwesenden mit ihrer Kirche identifizieren und bereit sind, sich für sie zu engagieren. Für Diskussionsleiter Schmid war wichtig: "Wir sollen vor Kontroversen keine Angst haben und den synodalen Weg miteinander gehen."