Die Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziska war Thema eines beeindruckenden Vortrags im mit über 50 Besuchern voll besetzten katholischen Pfarrzentrum Ebern. Eingeladen dazu hatten die katholische Pfarrgemeinde, die evangelische Kirchengemeinde, der Verein "Eine Welt" und der Bund Naturschutz Ebern.
Der Umweltbeauftragte der Erzdiözese Bamberg, Klaus Schwaab, gab eine Übersicht über Inhalte des päpstlichen Lehrschreibens, welches sich nicht nur an Katholiken richtet, sondern an jeden Menschen, der auf diesem Planeten wohnt.
Papst Franziskus lädt alle Menschen zu einem neuen Dialog ein. Er beschreibt den Zustand des Planeten: Klimawandel, Müllproblem, Wasserknappheit, Energieverschwendung und Verlust der Artenvielfalt. Die Folgen sind weltweit soziale Ungerechtigkeit und eine Schädigung der Schwächsten. Schwaab wies darauf hin, dass Naturschutz eine Christenpflicht ist. Tiere haben einen Wert auch ohne "Nützlichsein".
Franziskus entwickelt mit der Schöpfungsgeschichte eine grüne Lesart der Bibel. "Macht euch die Erde untertan" sei kein Herrschaftsauftrag, sondern ein Hüterauftrag. Er kritisiert auch die Wachstumsideologie, da die unbegrenzte Verfügbarkeit der Güter eine Lüge sei.
Schwaab erläuterte an Kapiteln der Enzyklika die praktischen Möglichkeiten der Umsetzung. Ziele müssen Energieeinsparung, Konsumvermeidung, ökologische Verkehrsplanung, Rohstoffeinsparung und sinnvolles Recycling sein. Negative Beispiele seien die Entsorgung von Fernsehern, welche in Afrika auf Müllhalden landen, oder Plastikflaschen, die oft zur Herstellung von Fleecekleidung verwendet werden. Die Microfasern gelangen beim Waschen der Kleidung - ungefiltert - in die Weltmeere und damit über Fische in die Nahrungskette.
Im Kapitel 211 wird die Wichtigkeit der Erziehung zur Umweltverantwortung gefordert, welche sich aber nicht nur darauf beschränken darf, ein "ökologisches Bürgertum" zu schaffen. Die Erziehung muss dazu anregen, einen einfacheren Lebensstil zu praktizieren. Dies bedeutet: Kauf von Trendklamotten einschränken; ein neues Handy ist auch alle zwei Jahre nicht nötig, zum Einkaufen nicht mit einem SUV-Auto fahren, große Häuser für wenig Bewohner, Verzicht auf "Krimskrams" wie Laubsauger, Rasentrimmer. Ein Flug von Deutschland auf die Malediven und zurück verursacht pro Person über fünf Tonnen Kohlendioxid. Mit einem Mittelklassewagen könnte man dafür mehr als zwei Jahre fahren.
Lustige Papst-Karikaturen, Zitate von prominenten lebenden und verstorbenen Persönlichkeiten, aber auch Beispiele machten den Vortrag anschaulich und regte die vielen Zuhörer an, sich einzubringen.
Zum Schluss verwies Schwaab auf die vom Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Bamberg herausgegebenen Leitlinien zu Nachhaltigkeit "einfach fair leben". Sie geben Anregungen, in allen Einrichtungen, Dienststellen, Pfarreien, sowie bei allen Veranstaltungen und Projekten umweltfreundliche und faire Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu nutzen. red