Kulmbach — An diesem Samstag ist ab 17 Uhr in der Kulmbacher St.-Petri-Kirche der Kantaten-Zyklus "Membra Jesu nostri" von Dietrich Buxtehude zu hören. In einer Co-Produktion mit dem Kirchenchor Bad Steben führt die "Kulmbacher Kantorei" unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Ingo Hahn das Werk für Vokalsolisten, 5-stimmig gemischten Chor und Orchester erstmals in Kulmbach auf. Eintrittsprogramme sind ab 16.15 Uhr am Haupteingang von St. Petri erhältlich.
Dietrich Buxtehude schuf dieses Werk um 1680. Zu dieser Zeit war er bereits 12 Jahre Organist an der Lübecker St.-Marien-Kirche, eine der damals angesehendsten Positionen im norddeutsch-skandinavischen Raum. Buxtehude galt als einer der führenden Orgelvirtuosen seiner Zeit und war Vorbild für Johann Sebastian Bach. Das Stück "Membra Jesu nostri" setzt sich aus sieben Kantaten zusammen, die jeweils die Füße, Knie, Hände, die Seite, die Brust, das Herz und das Gesicht des gekreuzigten Christus betrachten.
Der Text des Werkes basiert auf einem Ausschnitt aus der Dichtung "Salve mundi salutare" des Arnulf von Löwen (um 1200 bis 1250), die unter dem Titel "Rhythmica oratio" Bernhard von Clairvaux zugeschrieben wurde und im 17. Jahrhundert nicht nur bei Katholiken, sondern auch bei Protestanten weit verbreitet war.
Bei der Kulmbacher Erstaufführung dieses Werkes geben drei Vokalsolisten ihr Kulmbach-Debüt. Die Sopranistin Susen Schneider studierte Gesang an der Musikhochschule "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig. Meisterkurse absolvierte sie bei Gundula Janowitz und Barbara Schlick. Seit 2004 ist sie nach Engagements an der Neuköllner Oper Berlin, der Oper Münster und am Kristallpalast Varieté Leipzig freiberuflich als Konzert- und Oratoriensängerin tätig.
Die Altistin Alexandra Jakob studierte an der Hochschule Carl Maria von Weber in Dresden mit Abschluss als Sängerin und Diplom Musikpädagogin für Gesang. Neben ihrer Tätigkeit als Sängerin an der Oper in Leipzig (2006-2008) ist Alexandra Jakob seit dem Jahr 2000 als freiberufliche Stimmpädagogin für Laien, Profis und Semiprofis ebenso tätig wie für die Kurt-Weil-Musikfestspiele Dessau und den Universitätschor Leipzig.
Andreas Kalmbach (Tenor) studierte Gesang bei den Professoren Christian Elsner und Siegfried Jerusalem. Der mehrfache Preisträger bei "Jugend musiziert" gastierte an verschiedenen Theatern wie der Oper Zürich, dem Staatstheater Nürnberg sowie den Nationaltheatern in Mannheim, Wiesbaden und Kassel. Seit der Spielzeit 2013/14 ist Andreas Kalmbach als Ensemblemitglied im Opernchor des Stadttheaters Gießen engagiert. Die Bass-Partie übernimmt Markus Simon, der den Kulmbachern von verschiedenen Oratorienkonzerten her bereits bestens bekannt ist. red