Die Abwasserentsorgung ist in den vergangenen Jahren ein viel diskutiertes Dauerthema in Hemhofen. Und auch in seiner Sitzung am Dienstagabend befasste sich der Gemeinderat hauptsächlich mit dieser Thematik. Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) präsentierte eine Aufstellung der endgültigen Kosten für die Erneuerung der Entwässerungseinrichtung. Demnach wurden für die Kanalsanierung bzw. -auswechslung und notwendige Nachrüstungen an der Kläranlage insgesamt rund 2,8 Millionen Euro ausgegeben. Die tatsächlichen Kosten lagen um 500 000 Euro höher als ursprünglich geplant, was damit begründet wurde, dass die Kostenschätzung noch aus dem Jahr 2016 stammte.

Mit Kenntnis der endgültigen Kosten steht nun auch die Kalkulation der Verbesserungsbeiträge vor dem Abschluss, welche die Firmengruppe Schneider & Zajontz aus Greding vorgenommen hat. Aufgrund der Berechnungen werden die aktuellen Beitragssätze von 0,38 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche auf 0,48 Euro und von 1,39 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche auf 1,50 Euro angehoben. Die entsprechenden Gebührenbescheide werden wohl Anfang 2019 versandt. Inwieweit Grundstückseigentümer und Hausbesitzer von Nachzahlungen betroffen sind, lasse sich laut Nagel noch nicht abschätzen. Mögliche Mehrkosten dürften sich aber in Grenzen halten.

Über die Grundlage der Berechnungen gab es dennoch eine kurze Debatte, da das gewählte Modell nach maximalen Geschossflächen recht kompliziert nachzuvollziehen ist, wie auch Nagel zugeben musste. Der Dritte Bürgermeister Reimer Hamm (CSU) betonte jedoch, dass diese Berechnungsgrundlage letztendlich gerechter sei, da die Infrastruktur sich ja ebenfalls an den maximal möglichen Geschossflächen ausrichten müsse.

Neben der Kalkulation der Verbesserungsbeiträge musste auch eine neue Globalkalkulation für die Entwässerungssatzung vorgenommen werden. Für Neubauten steigen demnach die Kosten von 3,43 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche auf 3,65 Euro und von 13,89 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche auf 15,65 Euro.

Gemeinderat Alexander Heilmann (Freie Wähler) kritisierte die nicht unerhebliche Steigerung beim Geschossflächen-Beitrag um fast 13 Prozent und wollte wissen, wie hoch die Gebühren in den Nachbargemeinden liegen. Bürgermeister Nagel antwortete, dass dies hier irrelevant sei und man sich an den Realitäten in der Gemeinde orientieren müsse.

Polizei beobachtet den Verkehr

Abschließend gab es noch zwei Nachfragen zur allgemeinen Ortsentwicklung und zum Baugebiet "Zeckern West". Was die baulichen Maßnahmen zur Ortsentwicklung betrifft, ist man im Austausch mit dem Straßenbauamt und der Regierung von Mittelfranken. Zur weiteren Planung findet dazu eine Verkehrsbeobachtung mit der Polizei an neuralgischen Punkten statt. Neue Kriterien für das Baugebiet "Zeckern West" gebe es nicht, auch nicht bezüglich der Berechnung von Stellplätzen, so Nagel auf eine Anfrage des Gemeinderatsmitglied Konrad Großkopf (SPD).