von unserem Mitarbeiter martin modes

Ludwigsstadt — Ein hochkarätiges Konzert mit dem Kammerchor der Saalfelder Schlosskapelle erlebten Musikfreunde am Wochenende in der Ludwigsstadter Michaeliskirche.
Das war eigentlich ein glücklicher Zufall, den die Wochenendtour des Chors sollte zum Abschluss eigentlich nach Lehesten führen. Weil an diesem Wochenende im benachbarten Leutenberg aber die historische Orgel wiedereingeweiht wurde, hatte die Lehestner Kirchenälteste Cornelia Seifert das Konzert sehr zur Freude des Ludwigsstadter Pfarrers Albrecht Bischoff weiter nach Ludwigsstadt vermittelt.
Seit 1992 leitet Klaus-Peter Marquardt den Kammerchor, der in der Trägerschaft des Saalfelder Schlosskapellenvereins als musikalischer Botschafter Saalfelds weit über die Region hinaus einen guten Ruf genießt. Die Mitglieder, zumeist ehemalige Mitglieder des Saalfelder Mädelchores und der Thüringer Sängerknaben, kommen wöchentlich jeden Freitag abend zur Probe zusammen - manche legen dazu aus alter Heimatverbundenheit auch weite Wege durch Thüringen zurück.
"Wir haben damals einen Kammerchor gegründet, damit wir Oratorien auch einmal in kleiner Besetzung aufführen können", so Marquardt. Kleine Besetzung bedeutet in diesem Fall immerhin 30 Sänger.
Als Begleitung war auf der diesmaligen Chortour ein Quartett von Geraer Künstlern engagiert. Peter Wiegand, selbst ehemalige Saalfelder Chorsänger, ist an der Geraer Musikschule tätig und leitet das Geraer Streichorchester. In einem Duett bewiesen er zusammen mit Cornelius Hermann - früher Solocellist in Meiningen und Salzburg - was allein schon zwei Streichinstrumenten möglich ist - vom kecken Zupfen bis zum maximalen melodischen Schwung. Zusammen mit Judit Rotter und Martin Gebauer begleiteten die den Kammerchor bei dem kurzweiligen Programm.
Dabei tauchten Sänger und Musiker im ersten Teil mit Motetten und Choralsätzen in die frühe Zeit der Reformation ein - mit Kompositionen von Heinrich Schütz bis Johann Sebastian Bach und Johann Christoph Altnickol. Zum Abschluss wandten sie sich der Moderne des 20. Jahrhunderts zu. Francis Poulenc und Rudolf Mauersberger erforderten einen deutlich anderen Stil - umso souveräner war das Sprachgefühl der Chorsänger bei den französischen Chansons von Poulenc.
Die Zuhörer in Ludwigsstadt erlebten ein tolles Konzert, das viel mehr Publikum verdient gehabt hätte.