Viel Redebedarf gab es bei der Jahresversammlung der Jungen Wähler Union (JWU). Wegen der etlichen aktuellen Themen geriet die Neuwahl fast in den Hintergrund.

Der Vorsitzende und Zweite Bürgermeister Marco Weidner erklärte, trotz Corona habe sich in den letzten zwei Monaten im politischen Bereich einiges getan. Bei der JWU war es nach seinen Angaben immer so, dass auf Augenhöhe kommuniziert wurde, auch wenn die Meinungen unterschiedlich waren. Dies sei innerhalb der Partei und auch nach außen so. Nun sei aber alles etwas anders gelaufen, worauf die JWU wenig Einfluss habe. Egal, wo er hinkomme, habe er das Gefühl, alles drehe sich nur um das Thema Lehrschwimmbecken, über dessen Bau in einem Bürgerentscheid im November abgestimmt wird.

Es sei nicht so, dass die JWU als verantwortlich dafür hingestellt wird, dass in der Gemeinderatssitzung im August der Bau eines Lehrschwimmbades aus dem Haushalt genommen wurde. Der Antrag, den Bau des Schwimmbades aus dem zu beschließenden Haushalt herauszunehmen, kam laut Weidner auch nicht von der JWU. Die JWU sei der Empfehlung der Verwaltung gefolgt nach dem unmissverständlichen Hinweis, dass sich die Gemeinde Altenkunstadt in der derzeitigen Lage keinen Schwimmbadbau leisten könne. Grundsätzlich sei die JWU alles andere als gegen ein Lehrschwimmbad, aber die Ablehnung der JWU ergab sich laut Weidner, weil sich kein tragfähiger Haushalt für die Finanzierung ergeben habe.

Keine Absprachen

Auch habe es keinerlei Absprachen innerhalb der JWU und schon gar nicht mit anderen Parteien gegeben, versicherte er. Irgendwelche angesprochenen politischen Retourkutschen seien völlig aus der Luft gegriffen brachte Marco Weidner etwas verärgert zum Ausdruck.

Neben der Grundschulsanierung, bei der die Preissteigerung zu anfänglichen Berechnungen - und davor habe die JWU im Vorfeld gewarnt - in nicht absehbare Höhen schieße, gebe es noch etliche Pflichtaufgaben, die die Gemeinde schultern müsse, sagte JWU-Gemeinderat Michael Limmer.

Die anstehenden Maßnahmen bei Kordigasthalle, Hochbehälter, Mittelschule, Kindergärten, Straßensanierungen und Kanalbau müssten in naher Zukunft erledigt werden, da dies Pflichtaufgaben seien. Der Bau eines Lehrschwimmbeckens sei keine Pflichtaufgabe der Gemeinde, auch wenn es schön wäre, wenn wieder mehr Kinder hier das Schwimmen erlernen könnten.

Laut Marco Weidner ist das Projekt Klärschlammtrocknungsanlage mit einem fast einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom Tisch. Wie es mit dem Thema Bootshaussanierung weitergeht, wisse im Moment niemand.

Bemängelt wurde in der weiteren Diskussion, dass mit Blick auf den Zustand im Kreuzbergkindergarten besonders im Außenbereich kaum mehr etwas getan worden sei. Warum darüber sich niemand empöre wie bei der Frage Lehrschwimmbecken, könne man nur schwer nachvollziehen, hieß es.

Neuwahl des Vorstands

Die Neuwahl brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzender ist Marco Weidner, stellvertretende Vorsitzende Rebecca Mätzke- Zapf und Michael Limmer, Schriftführer Christian Backert, Schatzmeisterin Sandra Dietz, Beiräte Johannes Schnapp, Walter Limmer, Martina Mätzke, Jeremias Krause und Thorsten Schiller. Kassenprüfer sind Paul Zapf und Gabi Scholl. rdi