Kultusminister Michael Piazolo (FW) hat in Dingolfing die Landessieger im Wettbewerb "Schüler experimentieren" (Schüler bis 14 Jahre) ausgezeichnet. Eine Woche zuvor hatte er die bayernweiten Sieger in der Sparte "Jugend forscht" (für Schüler ab 15 Jahre) in Vilsbiburg gekürt. Bamberger Schüler waren bei beiden Wettbewerben wieder an der Spitze.

Die Arbeiten des Landeswettbewerbs "Schüler experimentieren" widmeten sich den sieben Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Die Bamberger Brüder Jonas Gärtig (10 Jahre, Domschule) und Fabian Gärtig (12 Jahre, Clavius-Gymnasium) wurden im Bereich der Geo- und Raumwissenschaften mit dem 1. Preis, dem Landesssieg, geehrt. Zudem erhielten sie einen von BMW ausgelobten Sonderpreis für ihre Forschungsarbeit mit dem Thema "Feinstaubalarm".

Fahrverbote in Städten stehen immer mehr im Raum: Zum einen geht es um Stickoxide, zum anderen um Feinstaub. Feinstaub sind unsichtbare Partikel von weniger als zehn Mikrometern, also kleiner als ein hundertstel Millimeter. Die kleinen Schwebteilchen können tief in die Lunge und dort über die Lungenbläschen ins Blut gelangen. Dort stehen sie im Verdacht, verschiedene Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs auszulösen. In Städten gelten der Reifen- und Bremsenabrieb an Fahrzeugen sowie Verbrennungsprozesse, insbesondere bei älteren Diesel-Fahrzeugen, als größte Feinstaubquellen. Fabian und Jonas interessierte, ob es räumliche Unterschiede bei der Feinstaubbelastung gibt. Fabian: "Hierzu haben wir mit einem selbst gebauten Messgerät auf der Straße vor dem Clavius-Gymnasium und im Pausenhof den Feinstaub gemessen. Zusätzlich haben wir untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der Anbringungshöhe der Sensoren und den Messwerten gibt und welchen Einfluss das Wetter auf die Feinstaubkonzentration hat."

Lob vom Kultusminister

Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass derzeit in der Kapuzinerstaße keine Fahrverbote drohen, da die erlaubten Messwerte nur punktuell überschritten werden, aber nie im entscheidenden Tagesdurchschnitt. Kultusminister Piazolo lobte die Preisträger persönlich für ihr Engagement. "Ihr könnt wirklich stolz auf eure Leistungen sein: In euren Projekten steckt enormes naturwissenschaftliches Wissen, aber genauso viel Herzblut und Kreativität."

Den zweiten Doppelsieg bei "Jugend forscht", der Sparte der älteren Schüler, konnten Carolina Bickel (Franz-Ludwig-Gymnasium) und Lukas Lischke (Kaiser-Heinrich-Gymnasium) in Vilsbiburg erzielen. Carolina und Lukas lernten sich über das Mentoringprogramm makeIT der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik an der Universität Bamberg kennen. In ihrem Wettbewerbsbeitrag "NexThibition" (Ausstellung für die Zukunft) haben die Jungforscher für das FLG-Schulprojekt "1919 - Die Bamberger Verfassung" eine interaktive Website entwickelt. Jeder Besucher der Ausstellung erhält so über sein Smartphone interessante, individuelle und zielgruppenorientierte Informationen. Den Besuchern wird spezielles Video-, Ton- und Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Carolina ergänzt, dass "wir so vor allem jüngere Kinder spielerisch durch die Ausstellung begleiten wollen, indem sie Symbole in der Ausstellung suchen oder ein Quiz bearbeiten können." Die Arbeit wurde auf dem Landeswettbewerb mit dem hoch dotierten "Multimedia-Preis" der Hermann-Gutmann-Stiftung geehrt. Zudem erzielten die beiden Schüler ein zweiwöchiges Forschungspraktikum am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. red