In der ersten halbstündigen geistlichen Orgelmatinee dieses Jahres am Sonntag, 2. Juni, um 11.30 Uhr spielt der junge Organist Manuel Höppner aus Unterneuses Werke Johann Sebastian Bachs, Johann Pachelbels, Dietrich Buxtehudes und Felix Mendelssohn Bartholdys. Der Eintritt ist frei, jedoch wird am Ausgang um eine Spende für die Erhaltung der wertvollen Seuffert-Woehl-Orgel gebeten.

Manuel Höppner entdeckte im Alter von fünf Jahren die Musik für sich auf einer gefundenen Hammondorgel. Zu seinen Klavierlehrern zählte Anke Meisner, später Tanja Edner. Ab dem Alter von sieben Jahren begleitete er Lieder in den Gottesdiensten seines Heimatortes Unterneuses bei Ebensfeld an der Orgel, bald darauf auch in der Ebensfelder Pfarrkirche. Es folgten Dienste in Zapfendorf, Bad Staffelstein und Altenbanz.

Orgelunterricht erhielt er zwischen 2004 und 2009 von Georg Hagel in Vierzehnheiligen, in welcher Zeit er auch die Orgel-D- und C-Prüfungen ablegte, von 2009 bis 2014 von Karl-Heinz Böhm in Bamberg, anschließend am kirchenmusikalischen Institut Erlangen bei Ulrich Nehls und bei Jan Doležel.

Sein Programm beginnt mit Bachs lebhaft vorandrängender Toccata in d-Moll BWV 538, vielen als die "Dorische" bekannt. Ihr folgt eine Orgelfassung des zu Recht beliebten Kanons in D-Dur von Pachelbel und darauf in derselben Tonart Praeludium und Fuge in D-Dur von Dietrich Buxtehude, Werkverzeichnis 139. Wie allgemein bei diesem Kirchenmusikkomponisten von St. Marien in Lübeck folgt dem Präludium die mehrteilige Fuge mit einem einprägsamen Anfangsthema und den Abschnitten in unterschiedlichen Tempi. Wenn Bach als junger komponierender Organist seine Beurlaubung überzog, um nach einem Fußmarsch aus Thüringen bis Lübeck Buxtehudes Abendmusiken lange verfolgen zu können und wenn er aus Pachelbels Erfurter Wirkungszeit Eigenarten in seine Choralvorspielekompositionsweise übernahm, so war es Felix Mendelssohn Bartholdy, der sich im 19. Jahrhundert um neuerliche Bach-Aufführungen verdient machte. Am 4. September 1827 schrieb der erst 18-jährige Mendelssohn aus Bamberg an seinen Vater darüber, wie er kurz zuvor an der damaligen ersten Seuffert-Orgel auf der Empore in der Banzer Stiftskirche spielte. Ebendort wird nun Manuel Höppner seine Matinee mit Mendelssohns Choralvariationen "Vater unser im Himmelreich" aus der Sonate VI op. 65 beschließen. Das Instrument in der Stiftskirche mit 35 klingenden Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1745-48 von Johann Philipp Seuffert für das am Rothaargebirge gelegene Kloster-Grafschaft errichtet. Nach Verwendung des Werks in Frankenberg an der Eder wurden 1987 durch Gerald Woehl, Marburg, und seine Mitarbeiter die meisten Pfeifen und die Schleifladen in das erhaltene Gehäuse der bis 1903 bestehenden Banzer Seuffert-Hauptorgel eingesetzt. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an rainer.herr@web.de oder unter der Rufnummer 09573/7496. red