"Mit Erstaunen und Unverständnis" verfolgt die Junge Liste Hofheim die Meldungen um die angekündigten Sparmaßnahmen der Haßberg-Kliniken. Das erklärt die JU-Stadtratsfraktion in einer Pressemitteilung. Unabhängig davon hat sich auch die Stadt Hofheim mit einer Pressemitteilung zum gleichen Thema an die Zeitung gewandt. Darin heißt es, dass bereits Gespräche mit dem "Förderkreis zur Unterstützung des Hofheimer Krankenhauses" geführt wurden, um die Situation des Hauses Hofheim zu erörtern. Weitere Beratungen sollen stattfinden, wenn Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU) wieder ins Rathaus zurückgekehrt ist, kündigte sein Stellvertreter Reinhold Giebfried gestern an.


Hofheim wird geschwächt

"Die Schließung des Krankenhausstandorts Hofheim schwächt das sogenannte Unterzentrum Hofheim im nördlichen Landkreis", erklärt indes der JL-Stadtrat Alexander Bergmann. Nach Polizei, Bahnstrecke und Finanzamt verschwindet im ländlichen Raum die nächste Einrichtung. Ein geplantes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit eingeschränkten Sprechzeiten für Fachärzte könne nicht die Lösung sein. "Warum soll ausgerechnet der Standort Hofheim geschlossen werden? Seit Jahren heißt es von den Verantwortlichen, Hofheim sei nicht das Problem."


Geburtshilfe nicht schließen

"Ebenso unverständlich ist für uns die Schließung der Geburtshilfe in Haßfurt, die im Vergleich zu anderen Abteilungen einen sehr guten Ruf genießt," erklärt der Manauer JL-Ortssprecher Marco Büttner. Sicher sei die Anzahl der Geburten der letzten Jahre rückläufig. Man solle darüber nachdenken, wie man mit Fachärzten vor Ort mehr Geburten nach Haßfurt bekommen könne. Gepaart mit dem Vorschlag des CSU-Landtagsabgeordneten Steffen Vogel, der eine einjährige Verlängerungsphase ins Spiel brachte, sei das ein guter Ansatz.
Darüber hinaus sollte man ein schlüssiges Konzept entwickeln, "um den Ruf der Haßberg-Kliniken zu verbessern, um damit verbunden die Nutzungszahlen zu erhöhen", fordert Bergmann. Hier säßen alle in einem Boot: Die Verantwortlichen der Haßberg-Kliniken, die Fachärzte, aber auch die Bewohner des Landkreises. red