Junge Leute gehen auf die Bretter und machen Theater! Was dabei herauskommt - spannend wird es allemal -, kann bei den 22. Bamberger Schultheatertagen im E.T.A.-Hoffmann-Theater bestaunt werden.
Los geht es mit dem Schulspieltag am morgigen Mittwoch, 1. Juni. Sechs Theatergruppen verschiedener Schulen werden kurze Szenen, kleine Theaterstücke und Ausschnitte aus ihrem derzeitigen Arbeitsstand präsentieren und die geballte Kraft des Schultheaters zeigen. Der Schulspieltag findet bereits seit vielen Jahren statt und wird von den beiden Lehrern Benno Hock und Eric Schnee, unterstützt vom E.T.A.-Hoffmann Theater, organisiert. In diesem Jahr werden Theatergruppen der Martinschule, der Heidelsteigschule, der Wunderburgschule, der Don Bosco Schule Stappenbach, der Erlöser-Mittelschule und der Mittelschule Burgebrach zu sehen sein. Restkarten gibt es nur an der Abendkasse, wie die Pressestelle des Theaters mitteilt.


Verräterischer Chat

Am 2. und 3. Juni finden die 22. Bamberger Schultheatertage mit Eröffnung am Donnerstag um 17.30 Uhr im Studio statt. Karten für die Vorstellungen sind erhältlich an der Theaterkasse und online unter www.theater.bamberg.de.
Drei schulische Theatergruppen präsentieren in diesem Jahr ihre Inszenierungen. Da ist zunächst "Ally", eine Eigenproduktion zum Thema "Cybermobbing" der Theatergruppe der Graf-Stauffenberg-Realschule Bamberg (Spielleitung: Thomas Paulmann, Olga Seehafer). Zum Stück: Ally ist neu in der Schule, und dennoch kennt sie schon jeder, denn Ally ist Youtuberin. Doch mit der Beliebtheit gehen auch die Neider einher. Als Ally im guten Glauben ihr Handy verleiht, kommt es durch viele Hände zurück zu ihr. Ein Chat, den sie mit alten Freunden geführt hat, taucht danach im Klassenchat auf. Darin berichtet sie von ihrem Unwohlsein in der neuen Klasse. Daraufhin beginnt Allys Tortur.
Die Aufführung findet am Donnerstag, 2. Juni, um 18 Uhr statt (Dauer: 60 Minuten, geeignet für alle ab 10 Jahren).
"Rettet die Deutschen" von Rüdiger Christoph hat eine Theatergruppe der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule Bamberg (Spielleitung: Herbert Bürk) inszeniert. Zum Inhalt: Sabine, die Tochter des Politikers Arndt Bollmann, hat sich in ihren türkischen Kommilitonen Murat Özmen verliebt. Murat stammt aus der Familie eines türkischen Gemüsehändlers, der es zu einem gewissen Wohlstand gebracht hat. Arndt B. ist ein erklärter Gegner der türkischen und sonstiger muslimischer Minderheiten und arbeitet an einer Streitschrift mit dem Titel "Rettet die Deutschen", in der er vor einer Überfremdung der "deutsch"-deutschen Bevölkerung durch Muslime warnt. Eine moderne Interpretation des Romeo-und-Julia-Stoffes.
Gezeigt wird die Aufführung am Freitag, 3. Juni, um 17 Uhr (Dauer: 60 Minuten, geeignet für alle ab 12 Jahren).
"Märchen" ist eine Meditation, ein poetisches Bewegungstheater der Theatergruppe Oberstufe des Dientzenhofer-Gymnasiums (Spielleitung: Dominik Stoecker und Ludwig Bieger).


Die Kraft der Vorlagen

Zum Stück: Märchen sind uralte Formen der Auseinandersetzung mit Wirklichkeit, und sie folgen vielfach einem dreischrittigen Erzählmuster: In eine scheinbar harmonische Ausgangslage bricht das Bedrohliche, Unheimliche, ja Böse ein, heißt es in der Pressemitteilung des Theaters. Der Held muss sich bewähren, oft kommt Hilfe - auch unheimliche - von außen, und am Ende wird der frühere Idealzustand wiederhergestellt. Dieses Märchen-Typische zeigt das Stück. Um es darzustellen, verbietet sich das Nachspielen oder simple Bebildern einer Märchen-Handlung. Auch auf Aktualisierungen, die sich vordergründig anböten, wird verzichtet, weil man der Kraft der Vorlagen vertrauen kann.
Die Inszenierung benutzt vielmehr Mittel des Körper- und Tanztheaters, folgt mit dem Spiel in drei Akten der erzählerischen Grundstruktur der Märchen und lässt in ausgewählten Satz- und Erzählbeispielen die große und berührende sprachliche Kraft der Märchen erfahrbar werden. Zu sehen ist sie ebenfalls am kommenden Freitag, und zwar um 20.30 Uhr (Dauer: 50 Minuten, geeignet für alle ab 12 Jahren). red