Haßfurt —  24 Schülerinnen und Schüler aus dem District du Tricastin in Südfrankreich waren in dieser Woche zu Gast am Haßfurter Schulzentrum. Begleitet von den Lehrkräften Brigitte Terras und Richard Lanier führten die Jugendlichen der französischen Landwirtschaftsschule Lycée Drôme Provencale ein Gemeinschaftsprojekt fort, das schon seit vier Jahren besteht.
Die Idee des Projektes, nämlich die Gestaltung der Außenanlagen am Ganztagsgebäude des Schulzentrums, dem sogenannten Silberfisch, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit auszuführen, entstand bereits im November 2012. Es soll auch ein allseits sichtbares und beständiges Zeichen für Europa und die seit über 40 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Landkreis Haßberge und dem District du Tricastin sein.
Nachdem bereits in den vergangenen Jahren vor allem Pflanzbeete mit Eingrenzungen und Übergängen angelegt wurden, hatte das Projekt heuer das Ziel, Sitzecken mit Bepflanzung zu errichten. Unterstützung erfuhren die jungen Franzosen aus St. Paul-Troix-Chateau hierbei von Schülern der neunten Klassen der Albrecht-Dürer-Mittelschule. Rektorin Susanne Vodde sowie die Lehrerinnen Claudia Sandner und Barbara Schotten-Schlappka fördern die Arbeit der Jugendlichen, die auch in Bezug auf das künftige Arbeitsleben der Schüler wertvolle Erfahrungen bietet.
Mit Dagmar Keenan ist auch eine Schulsozialarbeiterin in das Projekt involviert. So können mögliche Fragen und Unklarheiten sofort einleuchtend erklärt werden oder die Pädagogin kann unterstützen und Mut zusprechen, wenn Schüler zu schüchtern sein sollten oder Schwierigkeiten auftauchen.


Hilfe vom Kreisfachberater

Fachlich begleitet werden die Jugendlichen von dem Kreisfachberater für Gartenbau, Guntram Ulsamer. Er weist die Jugendlichen in ihre Arbeiten ein und beaufsichtigt die Bau- und Pflanzarbeiten in Kooperation mit den deutschen und französischen Lehrkräften.


In Kleingruppen

Die Schüler werden bei der Praxisarbeit jeweils in Kleingruppen eingeteilt, so dass in jeder Gruppe Jugendliche beider Nationalitäten zusammenarbeiten. So kommen die Schüler nicht umhin, miteinander zu kommunizieren. Gleichzeitig verleihen ihnen bereits bekannte Gesichter in der Gruppe eine gewisse Sicherheit, damit sie sich in diesem Projekt auch wohl fühlen können. Die Verständigung erfolgt in Deutsch, Französisch und Englisch, wobei im Notfall bei Sprachschwierigkeiten Ingrid Fächer vom deutsch-französischen Freundeskreis als exzellente Dolmetscherin zur Verfügung steht. Aber auch Übersetzungsprogramme auf ihren Handys dürfen die Schüler benutzen wenn nötig.
Keine Verständigungsprobleme hatte der französische Schüler Baco Patiant. "Meine Mutter stammt aus Deutschland und ich habe einen Onkel in Hamburg", erzählte der bald 18-Jährige in sehr gutem Deutsch. In Haßfurt fühlte er sich sehr wohl, die Arbeit machte ihm Spaß und der Kontakt zu den deutschen Schülern war prima.


Notfalls mit Händen und Füßen

Das konnten auch Paulina Manietta (14) und Max Postler (15) stellvertretend für ihre deutschen Mitschüler bestätigen. Wenn es sein muss, verständigten sie sich untereinander mit "Händen und Füßen", aber es war stets ein guter Zusammenhalt da in der deutsch-französischen Projektgruppe. Die Haßfurter Mittelschüler waren auch schon im Sommer dieses Jahres in Frankreich, so dass man den einen oder anderen Gastschüler schon kannte. Nicht zuletzt ist es dem Sachaufwandsträger, dem Zweckverband Schulzentrum Haßfurt, mit Susanne Makowski und dem Landratsamt Haßberge zu verdanken, dass dieses Projekt überhaupt umgesetzt werden kann. Mit deren finanzieller wie auch personeller Unterstützung werden der Austausch realisiert und die Schüler optimal betreut, wie zu beobachten war.