Julia S. macht eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, als sie berufsbedingt ernsthaft erkrankt und als Folge der Behandlung eine schwere Form von Gelenkrheuma entwickelt. Sie schließt ihre Ausbildung trotz allem erfolgreich ab. Aber anschließend ist klar, dass sie sich beruflich umorientieren muss. Mit gerade mal 22 Jahren hat sie noch ihr ganzes Berufsleben vor sich.
Zuständig für die berufliche Rehabilitation ist die Berufsgenossenschaft Wohlfahrtspflege, die sich mit den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH in Verbindung setzt, um alles Notwendige in die Weg zu leiten. Hierfür bietet das bfz das Reha-Management an, ein individuelles ambulantes Integrationsangebot, das modular aufgebaut ist. Dabei wird zunächst geklärt, was für den Einzelnen notwendig ist. Nach Absprache mit dem Kostenträger werden dann die nächsten Schritte gemeinsam mit den Betroffenen geplant und umgesetzt.
Alexandra Lindner, eine der Reha-Fachkräfte im bfz, ist die Fallmanagerin für Julia S. Schnell wird in den Gesprächen klar, dass diese gerne im medizinischen Bereich bleiben möchte. Also gilt es, einen gesundheitlich angepassten Arbeitsplatz zu finden, bei dem es keine große körperliche Belastung auftritt und der in Teilzeit möglich ist. Die Kontaktaufnahme mit Sabine Breumair, der Geschäftsbereichsleitung des zentralen Schreibdienstes der Service Gesellschaft der Sozialstiftung Bamberg am Klinikum am Michelsberg, führte schließlich zur erfolgreichen beruflichen Wiedereingliederung. Die Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort sind die Erfassung von Patientendaten, das Erstellen von Berichten und Gutachten und vieles mehr. Um auszuprobieren, ob eine Beschäftigung für Julia S. hier möglich ist, wurde zunächst eine Arbeitserprobung vereinbart. Diese für beide Seiten wichtige Testphase verlief erfolgreich. Sabine Breumair war sehr zufrieden und bot Julia S. im August eine 25-Stunden-Stelle an, die diese gerne annahm.


Viele Fehlversuche

Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen und Kollegen macht Julia S. nur Frühschicht. "Ich bin froh, dass mich das gesamte Team so unterstützt, das ist für mich keine Selbstverständlichkeit", betont sie sichtlich zufrieden mit ihrer neuen Arbeitsstelle. "Ich wollte unbedingt wieder arbeiten, zuhause fiel mir die Decke auf den Kopf." Nach zahlreichen fehlgeschlagenen Versuchen ist Julia S. froh, dass die Sozialstiftung Bamberg ihr das erforderliche Vertrauen entgegenbringt und ihr diese Chance bietet. Hilfreich war dabei sicher auch die Unterstützung der Berufsgenossenschaft, die die notwendige spezielle Arbeitsplatzausstattung und einen Lohnkostenzuschuss für die ersten sechs Monate finanzierte.
"Diese Erfolgsgeschichte ist ein gutes Beispiel dafür, wie Menschen auch mit starken gesundheitlichen Einschränkungen berufstätig sein können. Wichtig ist dabei aber immer, dass die Rahmenbedingungen und das Arbeitsklima passen," betont bfz-Fallmanagerin Lindner.
"Wir profitieren alle von dieser Zusammenarbeit und ich bin froh, dass wir mit der Unterstützung des bfz und der Berufsgenossenschaft eine neue Mitarbeiterin bekommen haben, die perfekt in das Team passt und sehr gute Arbeit macht. Ihre Arbeitsleistung unterscheidet sich in keinster Weise von der ihrer gesunden Kolleginnen." Diese Bilanz zieht Sabine Breumair beim Abschlussgespräch mit allen Beteiligten, das fester Bestandteil des Reha-Managements ist.


Vorbehalte überwinden

Uta Parisek, die den Bereich der beruflichen Rehabilitation im bfz Bamberg koordiniert, ergänzt: "Natürlich läuft es nicht bei allen Rehabilitanden so glatt. Oft müssen Vorbehalte überwunden werden und manchmal lassen auch die körperlichen oder psychischen Einschränkungen eine Teilhabe am Arbeitsleben nur mit viel Kompromissbereitschaft zu. Aber durch die individuelle Förderung und die hohe Motivation der Betroffenen einerseits und die enge Vernetzung des bfz mit den Betrieben in unserer Region sowie deren kooperative Haltung andererseits lässt sich häufig eine gute Lösung finden."
Weitere Informationen gibt es im bfz Bamberg, Uta Parisek, Telefon 0951 93224-57, E-Mail parisek.uta@ba.bfz.de, Internet: www.ba.bfz.de. red