Sie engagieren sich in ihrer Freizeit für geflüchtete Menschen, setzen sich für Integration durch Sport ein oder helfen Jugendlichen dabei, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden: In Bamberg gibt es zahlreiche Initiativen von und für junge Menschen, bei denen soziales Engagement und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt stehen. Drei dieser Projekte wurden nun im Heinrichsaal mit dem 30. Jugendpreis des Stadtjugendrings ausgezeichnet.
Die diesjährigen Preisträger sind die Christliche Arbeiterjugend (CAJ), das Projekt "Bunte
Liga" des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) sowie der Ausbildungsverein Bamberg-Forchheim.


Kreativität und Innovation

"Es erfordert Mut, aktiv zu sein, sich einzubringen, hinzusehen, wo andere wegsehen, und Dinge zu hinterfragen", würdigte Johannes Wicht, stellvertretender Vorsitzender des Stadtjugendrings, das Engagement der Bewerber für den Jugendpreis. 17 Projekte seien es insgesamt gewesen, die in diesem Jahr eingereicht worden waren. "Eine überwältigende Anzahl, die zeigt, dass sich sehr viele junge Menschen für andere einsetzen", so Jugendpfleger Bernhard Donath. Der Jury aus Vertretern von Stadtjugendring und Sparkasse, die seit 20 Jahren Sponsor des Jugendpreises ist, sei es nicht leicht gefallen, die ersten Plätze zu vergeben. Die Preisträger hätten neben ihrem hohen Engagement und der Aktualität ihrer Themen schließlich aber vor allem durch Kreativität und Innovation überzeugt.
"Jeder Mensch ist mehr wert als alles Gold der Erde!" hieß etwa die Aktionsreihe, für die die CAJ den mit 500 Euro dotierten 1. Preis bekam. Durch mehrere Aktionen hatten die Jugendlichen im September und Oktober auf die Situation von geflüchteten Menschen aufmerksam gemacht und sich für eine echte Willkommenskultur ohne Vorbehalte eingesetzt. Startschuss für das Projekt war die Teilnahme am "Radeln gegen Rassismus" im September, um "uns klar zu positionieren und deutlich zu machen, dass wir gegen Diskriminierung sind", so CAJ-Diözesansekretär Stefan Hofmann. Eine Ausstellung mit dem Titel "Eine/r von uns" holten die Jugendlichen der CAJ für zwei Wochen in die Stadtbücherei Bamberg. Junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund wurden in dieser porträtiert und erzählten von ihren Träumen, Wünschen, Ängsten und Hoffnungen. Kontroverse Reaktionen und spannende Diskussionen habe es schließlich bei der Aktion "Grenzgängerbrücke" am Tag des Flüchtlings am 2. Oktober gegeben, erzählten die CAJ-Jugendlichen.
Zwar habe es in diesem Jahr viele Bewerbungen von jungen Menschen gegeben, die sich mit und für junge geflüchtete Menschen einsetzen, so Donath. Allerdings gebe es auch viele andere Bereiche, in denen Jugendliche einen wertvollen Beitrag zu einem guten Miteinander und gegen Diskriminierung leisten und Minderheiten ein Gesicht geben würden.
Dass der Jugendpreis bereits zum 30. Mal verliehen werde, zeige, dass den Jugendlichen die Ideen nicht ausgingen, ergänzte Wicht. "Durch den Jugendpreis erfahren die jungen Menschen Lob und Anerkennung. Zudem leistet er einen besonderen Beitrag dazu, dass das Engagement von den Bürgerinnen und Bürgern sowie der Politik wahrgenommen wird", so der stellvertretende Stadtjugendring-Vorsitzende.


Besondere Überraschung

Eine besondere Überraschung wartete noch nach der eigentlichen Preisverleihung auf die Jugendlichen: Um seine Anerkennung auszudrücken und das Engagement zu würdigen, hatte Erzbischof Ludwig Schick das Preisgeld von 500 Euro auf 1000 Euro aufgestockt. Geld, das die CAJ gut gebrauchen kann. "Wir haben einen Arbeitskreis Politik gegründet, in dem wir uns viel mit Fragen rund um das Thema Flucht und Integration auseinandersetzen und in dem wir viele neue Projekte planen", so Debora und Bastian über den Verwendungszweck des Preisgeldes. akt