Ein mehrtägiges Jugend-Camp führte der europäische Dachverband Fedecrail für Eisenbahn- und Straßenbahnmuseen auf dem Neuenmarkter DDM-Gelände durch. Der frühere Leiter des Dampflokomotiv-Museums, Volker Dietel, betreute die 21 Jugendlichen aus acht Staaten. "Der Hintergedanke dieses Treffens ist, dass junge Leute, die bei Museumsbahnen in ganz Europa arbeiten, einmal im Jahr in verschiedenen Ländern einen Erfahrungsaustausch pflegen", sagte Dietel. Es gehe dabei auch darum, Land und Leute kennenzulernen. "Wir waren zum Beispiel in Nürnberg im DB-Museum und bei der Dampfbahn Fränkische Schweiz", so der frühere DDM-Leiter.
Im Mittelpunkt des Projekts stand ein alter Eisenbahnwaggon, der aufwendig restauriert und wieder auf Vordermann gebracht wurde. Fast einen ganzen Tag hielten sich die jungen Eisenbahnfreaks im Landratsamt Kulmbach auf, um dort Bau-zeichnungen und Pläne einzuscannen. Untergebracht waren sie im Jugendtagungshaus in Wirsberg.
Der Holländer Jos von der Heyden begleitete die junge Truppe: "Jede Museumsbahn bekommt von Fedecrail alljährlich eine Einladung. Normalerweise ist es so, dass sich je Land maximal drei Personen für das Camp anmelden können."
Der Eisenbahnwaggon, der im Ersten Weltkrieg als Lazarettwagen diente, wird im DDM als einfacher Lagerwagen genutzt. Volker Dietel zu den umfangreichen Arbeiten: "Die Holzplanken, die man vor etwa 40 Jahren letztmalig erneuert hatte, waren verschlissen. Die Jugendlichen haben sehr professionell gearbeitet. Sie haben die alten Hölzer herausgerissen, den gesamten Wagenkasten entrostet und die Eisengestelle neu grundiert und lackiert." Danach seien die neuen Bretter angebracht worden. Am Ende präsentierte sich der Waggon bis auf das Dach wieder in einem Top-Zustand.
Mit dabei war auch Bernd Furch, Schatzmeister des Verbands der Deutschen Museums- und Touristikbahnen. "Meine Aufgabe ist, hinterher die ganzen Rechnungen zu bezahlen", sagte er.


"Das macht riesigen Spaß"

Moritz Greiner (18) aus Österreich war schon zum vierten Mal im Jugend-Camp dabei: "Die Eisenbahn hat mich von der ersten Stunde an interessiert. Das alles macht mir riesigen Spaß. Neben den handwerklichen Aktivitäten haben wir auch nette Abende erlebt, das gehört alles dazu." Der Wiener ist übrigens bei der Bundeseisenbahn in Österreich im kaufmännischen Bereich beschäftigt. Rei.