In seinem Vortrag "Von der Integration zur Deportation - Die Geschichte jüdischer Familien aus Bad Kissingen" zeichnet Hans-Jürgen Beck am Donnerstag, 27. April, um 19.30 Uhr die Lebenswege einiger jüdischer Familien aus Bad Kissingen nach. Das Leben in der Kur- und Badestadt Kissingen, die eine der größten jüdischen Gemeinden in Bayern besaß, wurde über viele Jahrhunderte hinweg maßgeblich von jüdischen Männern und Frauen mitge-prägt. Fast 90 Prozent der jüdischen Gemeindemitglieder lebten, wie die meisten nichtjüdischen Kissinger, um 1930 vom Fremdenverkehr und Kurbetrieb. Im Einzelhandel, vor allem in der Textilbranche gab es ein breites Spektrum jüdischer Geschäfte, das vom führenden Modehaus und Hoflieferanten bis zum Billig-Preis-Geschäft reichte. Aber auch jüdische Handwerker, Metzger, Bäcker, Bankiers, Ärzte sowie Betreiber von Hotels, Pensionen und Sanatorien gestalteten das wirtschaftliche, politische und kulturelle Leben in Bad Kissingen entscheidend mit.
Doch der Schein der Blütezeit deutsch-jüdischer Kultur trog. Im Vortrag, der 75 Jahre nach den Deportationen stattfindet, werden die Biografien verschiedener Familien anhand zahlreicher Bilder und Dokumente vorgestellt. Der Vortrag findet im Rathaus statt, der Eintritt ist frei. red