Seit 1880 gab es eine selbstständige jüdische Kultusgemeinde in Kronach. Die Synagoge wurde 1883 eingeweiht. Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, verließen viele Juden ihre deutsche Heimat. 1936 gab es deshalb nur noch wenige jüdische Bürger in Kronach. Da ihr Schicksal offenkundig war, verkauften die Juden ihre Synagoge im Februar 1938 an die Stadt Kronach, die bis heute Eigentümerin des Gebäudes ist. Danach wurde das Haus zum Sanitätsdepot des Roten Kreuzes umfunktioniert und blieb deshalb vor einer Zerstörung durch die Nazis in der Reichspogromnacht 1938 verschont. Die wertvollen Einrichtungen waren bereits im Februar 1938 an die Israelitische Kultusgemeinde Bamberg gegeben worden, wo sie dem Brand der Bamberger Synagoge am 9. November zum Opfer fielen. In Kronach gab es bei jüdischen Mitbürgern Hausdurchsuchungen und Verhaftungen. Was konkret in dieser Nacht vorgefallen ist, konnte nicht ganz geklärt werden. hs