Der Anästhesist und Notfallmediziner Jochen Peter (Forchheim) ist seit dem 1. August mit der Funktion des Ärztlichen Leiters im Rettungsdienstbereich Bamberg-Forchheim betraut worden.
Dies geschah im Rahmen einer Verbandsversammlung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bamberg-Forchheim (ZRF). Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) hat nach dem Wortlaut des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes die Aufgabe, im Zusammenwirken mit den Rettungsdiensten, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und dem im Rettungsdienst mitwirkenden ärztlichen und nicht-ärztlichen Fachpersonal die Qualität Leistungen zu sichern und nach Möglichkeit zu verbessern.
Weiterhin wird er sich um die Delegation von Aufgaben für die Notfallsanitäter kümmern. Er wird den ZRF Bamberg-Forchheim bei Entscheidungen über die Zahl, Standort und Ausstattung von rettungsdienstlichen Einrichtungen beraten.
Der Posten des ÄLRD ist 2010 erstmals besetzt worden: mit den Internisten Lothar Beierlein (Scheßlitz) und Christian Glaser (Ebermannstadt). Beierlein ist inzwischen Ärztlicher Leiter an der Schön-Klinik Bad Staffelstein. Glaser ist im November 2016 zum Ärztlichen Bezirksbeauftragten Rettungsdienst für die Regierung von Oberfranken bestellt worden.
Jochen Peter wird zur Erfüllung seiner Aufgaben die Zusatzqualifikation "Ärztliches Qualitätsmanagement" erwerben. Der ZRF-Geschäftsführer Lothar Philipp betont, dass nun eine fachliche Lücke in der Optimierung aller Rettungsprozesse wieder kompetent aufgefüllt werde. Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst wird in der Zukunft mit der zunehmenden Problematik der Nichtbesetzung von Notarztstandorten, insbesondere im ländlichen Raum, befasst sein. Er soll die notwendigen Verbesserungen für Vorhalteerhöhungen im Krankentransport und in der Notfallrettung für den gesamten Rettungsdienstbereich unterstützen.
Das Zuständigkeitsgebiet des ZRF und seines Ärztlichen Leiter Rettungsdienst umfasst neben der Stadt Bamberg die Landkreise Bamberg und Forchheim mit circa 335 000 Einwohnern. Vier Rettungsorganisationen (Arbeiter-Samariter-Bund, Bayerisches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst) unterhalten in diesem Gebiet acht Rettungswachen und drei Stellplätze.
Zusätzliche besetzen vier Bergwachten neun Stützpunkte sowie zwei Wasserrettungsorganisationen (DLRG und Wasserwacht) sechs weitere Stützpunkte. Fünf örtliche Einrichtungen organisierter Erster Hilfe (Helfer vor Ort und First Responder: Freiwillige Feuerwehr Burgwindheim, Freiwillige Feuerwehr Dormitz, Johanniter-Unfall-Hilfe Eggolsheim, Bayerisches Rotes Kreuz Gößweinstein und die DLRG Hirschaid) sowie die Rettungshundestaffel (BRH) in Forchheim ergänzen die Rettungskette. Daneben sind insgesamt 314 Freiwillige Feuerwehren mit einer Ständigen Wache und drei Einheiten des Technischen Hilfswerkes (Bamberg, Forchheim und Kirchehrenbach) stets alarmbereit. red