Die Stadt Bamberg ist seit April 2017 Eigentümerin eines Großteils der ehemaligen US-Lagarde-Kaserne zwischen Weißenburgstraße, Zollnerstraße, Pödeldorfer Straße und Berliner Ring. Um auf dem Gelände Platz für Wohnen und Dienstleistungen zu schaffen, müssen die befestigten, ehemals militärischen Flächen und ein Teil der Gebäude abgebrochen werden. Die Arbeiten sollen, gerade auch durch den Einsatz geräuscharmer Baumaschinen und Bauverfahren, so schonend wie möglich erfolgen, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Rathaus. Für vereinzelte Beeinträchtigungen der unmittelbaren Anwohnerschaft bittet die Stadt bereits heute um Verständnis.

Fast zwölf Hektar auf der ehemaligen Lagarde-Kaserne sind mit Asphalt, Beton oder Pflaster befestigt. In einem ersten Schritt, der sogenannten Rückbauphase I, soll nun ab Ende Oktober der Rückbau im circa 3,5 Hektar großen Südwestteil des Areals beginnen. Dort soll schnellstmöglich mit dem Wohnungsbau begonnen werden. Dazu müssen zunächst stehende, ehemalige Garagengebäude abgebrochen und die betonierten Fahrzeugabstellflächen, ebenso wie die im Untergrund noch vorhandenen, alten Medien wie Fernwärme-, Wasser-, Entwässerungs- und Stromleitungen, ausgebaut werden. Zu Beginn erfolgt die Abtrennung der Fernwärmeleitung im Bereich der ehemaligen US-Zufahrt (Gate 1) in der Weißenburgstraße. Hier kommt es aufgrund der einseitigen Fahrbahnsperrung und der Sperrung des östlichen Fußgängerweges für wenige Tage zu Behinderungen.

Weg mit den Altlasten

Bei den Rückbauarbeiten werden auch kriegs- und nutzungsbedingte Boden- und Gebäudealtlasten/Schadstoffe sowie eventuell vorhandene Munitionsreste/Kampfmittel mit entfernt, um eine gefahrlose Nutzung der geplanten Wohn- und Arbeitsviertel mitsamt den Freiflächen zu gewährleisten. Die erforderlichen Maßnahmen werden vom Umweltamt der Stadt Bamberg sowie von den zuständigen Aufsichts- und Genehmigungsbehörden fachlich begleitet. Denkmalgeschützte Bereiche sind von dem Rückbau nicht betroffen.

Die Stadt Bamberg hat ein Ingenieurbüro mit den logistischen Planungen des gesamten Prozesses beauftragt. Ziel ist es, den Bauablauf möglichst effizient und zeitlich straff zu steuern. Die Planung stelle sicher, dass auszubauende Materialien nicht abtransportiert, sondern vor Ort zwischengelagert und später bei den zivilen Neubau- und Erschließungsmaßnahmen zumindest zum Teil wiederverwendet werden können. Dies spare "bares Geld", da damit unnötige Transporte von Bau- und Abbruchmaterial von und zum Konversionsgelände vermieden werden.

Trotz der Konzentration der Maßnahmen im "Inneren" der Lagarde und aller Bemühungen um einen möglichst schonenden Bauablauf können zeitweise Lärmeinwirkungen auf die direkt angrenzenden Bereiche nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, berichtet die Stadt. Betroffen hiervon seien insbesondere die Weißenburgstraße, die Pödeldorfer Straße zwischen Weißenburg- und Wörthstraße, die Wörthstraße und der Holzfeldweg.

Um die Auswirkungen des Rückbaus im Vorfeld zu erfassen und Möglichkeiten zur Reduzierung des zu erwartenden Baulärms aufzuzeigen, wurde eine schalltechnische Untersuchung erstellt. Die Betriebszeit lautstarker Baumaschinen wird bei den Rückbauarbeiten auf 8 Stunden pro Werktag in den Zeiten von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr begrenzt. Eine Abweichung hierfür ist nur in begründeten Ausnahmefällen oder zur Gefahrenabwehr zulässig. Auch werden geräuscharme Baumaschinen und Bauverfahren zum Einsatz kommen, die Baustelleneinrichtung erfolgt mit speziellen Bauzäunen, die den Baulärm eindämmen.

Bewohner werden informiert

Die Anwohner der Weißenburgstraße, Pödeldorfer und Wörthstraße und die Anlieger im weiteren Umfeld werden noch zusätzlich gesondert informiert. Dabei werden auch die Kontaktdaten eines Ansprechpartners mitgeteilt, an den sich Betroffene wenden können.

Die Rückbauphase I soll im April 2019 abgeschlossen sein, sofern witterungs- oder altlastenbedingt keine unerwarteten Verzögerungen auftreten. Auf dem beräumten Areal kann dann mit der Wohnbebauung begonnen werden. In der Rückbauphase II (voraussichtlich ab April 2019) beginnt der Rückbau im Westen und Norden der Lagarde. Der gesamte Rückbau- und Recyclingvorgang soll nach dem derzeitigen Planungsstand im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen werden. red