- Mit klaren Worten hatten Bürgermeister Christian Ruppert und Pfarrerin Heidrun Hemme als Vorsitzende des Diakonievereins die Kündigung und Schließung der Diakoniestation in Presseck bedauert und die aus ihrer Sicht schlechte Kommunikation mit der Diakonie Hochfranken kritisiert (die BR berichtete). Unterschwellig wurde befürchtet, dass sich die Diakonie Stück für Stück aus der ambulanten Pflege zurückziehen könnte; Auch von Misswirtschaft war die Rede. Das Pflegeteam Helmbrechts-Presseck-Grafengehaig "wird auch die Gemeinde Presseck weiterhin versorgen", läßt die Diakonie Hochfranken jetzt über ihren Pressesprecher Björn Pausch dazu mitteilen.

Im Ablauf ändert sich nichts

"Die Zentrale Diakoniestation Münchberg (ZDS) wurde am 1. Januar 2020 Gesellschafter der Diakonie Hochfranken" wird in der Mitteilung die Strukturänderung erläutert. Zu diesem Datum ging "sein operatives Geschäft" zwar in die Diakonie Hochfranken in Hof über, allerdings habe sich dadurch im Ablauf nichts geändert: Der Pflegedienst wurde bereits vorher von Helmbrechts aus bewerkstelligt.

Die Räumlichkeiten in Presseck hätten allerdings "in den letzten zwei Jahren nur noch der Lagerung" gedient; die jetzige "Kündigung der seit langem nicht genutzten Räume" (im Alten Rathaus) habe "keinerlei personelle und organisatorische Veränderung in der Versorgung des Gebiets zur Folge. Die Diakonie bleibt."

Im Herbst 2020 habe ein Gespräch im Pressecker Rathaus zwischen Bürgermeister, Kirchengemeinde und Diakonieverein sowie Geschäftsführer Martin Abt und Bereichsleiterin Dunja Schmidt stattgefunden. "In diesem Gespräch wurde die Situation besprochen." Ergebnis sei gewesen, "dass es keine weitere Nachnutzung der Räume durch Angebote der Altenhilfe mehr geben wird." Es seien auch alternative diakonische Angebote geprüft worden; allerdings gehöre Presseck zum Dekanat Kulmbach "und somit nicht zu den Dekanaten, in denen die Diakonie Hochfranken für gewöhnlich tätig ist. Die Kündigung der nicht genutzten Räume war nur die logische Konsequenz."

Dass die Kommune das Alte Rathaus vor fünf Jahren extra für die Diakonie sanieren ließ, bestätigt die Diakonie Hochfranken ohne weiteren Kommentar. Den Vorwurf, dass Personal seitens der ZDS Münchberg schlecht behandelt worden sei und oft gewechselt habe, dass sogar von Misswirtschaft seitens der ZDS die Rede war, relativiert die Diakonie Hochfranken: "Seit die Diakonie Hochfranken die Gemeinde Presseck mit ihren Pflegeteams bedient, kann von Misswirtschaft keine Rede sein." In Presseck konnte in der Tat eine hohe Personalfluktuation beobachtet werden. Für Vorgänge von vor 2020 sei Hochfranken allerdings nicht verantwortlich. "Mittlerweile hat sich das Pflegeteam Helmbrechts-Presseck-Grafengehaig stabilisiert", die Diakonie Hochfranken beschäftige in der Altenhilfe rund 1100 Mitarbeiter mit steigender Tendenz und zu vergleichsweise attraktiven materiellen Bedingungen.