Ein Defibrillator kann Leben retten - von nun an auch in Azendorf. In einer Gemeinschaftsaktion ist das 4500 Euro teure Gerät inklusive Notrufstation angeschafft worden.
Einen Teil haben die örtlichen Vereine - Feuerwehr, Gartenbauverein und Sänger - finanziert, den anderen einige Betriebe. Allein gut die Hälfte der Kosten haben die Fimen Franken Maxit und Bergmann Kalk getragen. "Ich sehe es auch als kleines Geschenk zu meinem 65. Geburtstag in diesem Jahr," so Firmenchef Hans-Dieter Groppweis.
"Wenn wir damit auch nur ein Leben retten, dann hat es sich schon gelohnt", sagte Bürgermeister Bernd Steinhäuser. Er freute sich über das neue Gerät und lobte die schnelle und unkomplizierte Einigung über die Anschaffung.
Der Defibrillator steht am alten Feuerwehrhaus zur Verfügung. 60 Azendorfer - immerhin jeder dritte Einwohner - wurden bereits mit dem Gerät vertraut gemacht und können es quasi im Schlaf bedienen.
Für alle anderen ist die Bedienung am Kasten beschrieben: Zunächst drückt man auf den blau beleuchteten Punkt und ruft damit die zentrale Rettungsleitstelle in Bayreuth. Man schildert, was passiert ist. Die Mitarbeiter der Leitstelle entriegeln das Schloss aus der Ferne und alarmieren gleichzeitig den Rettungsdienst.
Währenddessen kann der Helfer vor Ort den Defibrillator entnehmen und zum Patienten eilen. "Minuten sind entscheidend", betonte Siegfried Zillig von der Feuerwehr. Er war einer der Initiatoren für die Anschaffung des Defis.
Wenn der Rettungsdienst dann eintrifft, kann er die Vorarbeit des Ersthelfers direkt weiterführen. Sein Gerät ist mit dem Azendorfer kompatibel. So wird die Rettungskette nicht unterbrochen. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 100 000 Menschen am plötzlichen Herztod. Gut möglich, dass der Azendorfer Defi künftig hilft, den einen oder anderen zu verhindern. Katharina Müller-Sanke