Nicht nur der Glühkopf für den Lanz-Schlepper hat Feuer gefangen, auch der Junge und sein Papa, die dem Museumsmechaniker gebannt zuschauen, wie er den alten Lanz-Bulldog des Freilandmuseums startet, sind Feuer und Flamme. Diesen Sommer ist im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken wegen Corona einer Pressemitteilung zufolge alles etwas anders als in den vergangenen Jahren: Zwar finden keine großen Veranstaltungen statt. Dafür gibt es jeden Tag viele kleinere Aktionen und Vorführungen im neuen tagesaktuellen Format "Hier tut sich was". Alle bewegen sich im Freien mit dem gebotenen Abstand. Landwirte und Handwerker führen ihre Arbeitsbereiche vor, erklären sie und lassen sich gerne ins Gespräch verwickeln.

Jeden Nachmittag zwischen 13.30 und 15.30 Uhr gibt es etwas anderes zu entdecken, zum Beispiel den Korbmacher, der einen Korb flicht, oder den Büttner, wie er hölzerne Fässer baut. Neu ist, dass nicht nur die Vorführhandwerker aktiv sind, sondern auch die Museumsmitarbeiter Einblick in die Aufgaben geben, die gerade je nach Witterung und Saison anstehen. An der Kasse oder auf der Museumswebsite www.freilandmuseum.de ist tagesaktuell zu erfahren, was zu sehen ist.

Jeden Tag versorgen die Landwirte die Tiere auf dem Museumsbauernhof aus Seubersdorf. Täglich ist auch Silke Michel mit den Museumsschafen im Freigelände unterwegs.

Im August gibt es wochenweise besonders viele Aktionen zu thematischen Schwerpunkten. In der zweiten Augustwoche (Sonntag, 9., bis Samstag, 15. August) dreht sich alles um alte Landmaschinen. Die Ernte im Freilandmuseum beginnt. So lässt sich in dieser Woche zum Beispiel die Großdreschmaschine im Einsatz erleben. Auch der aktuelle Neuzugang des Freilandmuseums - ein Opel-Blitz-Kleinlaster aus den 1930er Jahren - wird erstmals im Museum in Betreib genommen. Auf seiner Ladefläche ist ein Sägewerk montiert. Damit werden mobil Holz und Bretter gesägt.

Rund ums Wasser

In der dritten Augustwoche (Sonntag, 16., bis Samstag, 22. August) geht es ums Wasser. Im Museum finden sich viele Bachläufe und stehende Gewässer, die verschiedenen Tieren Lebensraum geben. Etliche Fischarten sind im Dorfweiher zu entdecken und an den Bachläufen mit etwas Glück Biber, Ringelnattern oder der Eisvogel. Die Kraft des fließenden Wassers wurde zum Betrieb von Mühlen und zur Bewässerung der Felder mit Wasserschöpfrädern genutzt oder zum Pumpen des Wassers mittels des hydraulischen Widders. Beim Thema "Wasser" darf natürlich der Waschtag nicht fehlen.

Während der dritten Themenwoche von Sonntag, 23., bis Samstag, 29. August, sind viele Häuser belebt: Es ist jemand zu Hause, der vom Leben der früheren Bewohner und der Geschichte der Häuser erzählt, Arbeiten in Haus und Hof vorführt, den man alles fragen kann. Manche Dörflerin ist auch gewandet wie die früheren Bewohner.

Großes Kino ist das Thema für das Sommerkino, das im Fränkischen Freilandmuseum im Alten Bauhof von Donnerstag, 6., bis Sonntag, 9. August, sowie von Donnerstag, 13. August, bis Sonntag, 16. August, stattfinden wird. Unter der großen, beeindruckenden Holzkonstruktion das Alten Bauhofs sitzen die Besucher im Trockenen, aber doch coronasicher von reichlich Luft umweht. Ein kleines Catering mit Getränken, etwas Herzhaftem und Süßem wird im Innenhof angeboten. An acht Abenden startet jeweils um 20.15 Uhr ein Abendfilm: von "Amazing Graze" bis zum "Land des Honigs". Am Samstag, 15. August, wird der Wunschfilm zum Filmland Frankreich per Zuschauerabstimmung gewählt. Abstimmung und Kartenvorverkauf unter www.25vier.de.

Zu jeder Tageszeit können Familien mit der Museumsrallye starten und gemeinsam das Gelände erkunden. Wer beim Verlassen des Museums das richtige Lösungswort nennen kann, erhält einen Preis. Auf dem Erlebnisplatz lässt sich ganz wunderbar spielen. Bei einer Einkehr in einen der Museumsbiergärten können Eltern und Kinder dann eine Pause machen oder ihren Besuch ausklingen lassen. red