Der Bundestag tut es, Landtage tun es, der Münchner Stadtrat auch: Die öffentlichen Sitzungen der Parlamente werden live im Internet gezeigt, "gestreamt", wie es neudeutsch heißt.

Auch die Sitzungen des Coburger Stadtrats sollen künftig im Internet verfolgt werden können, wie es in einem Antrag der Jungen Coburg (JC) heißt: Die Verwaltung solle beauftragt werden, die technischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Das soll mehr Transparenz in der Kommunalpolitik bewirken. Auch habe nicht jeder die Möglichkeit, persönlich zur Sitzung zu kommen. Wer nur auf einen bestimmten Tagesordnungspunkt warte, müsse dafür oft lange im Saal ausharren.

Die beiden JC-Stadträte Maximilian Forkel und Kurt Knoch weisen darauf hin, dass die Stadtverwaltung bereits jetzt digitale Wege gehe. Zum Beispiel sei es möglich gewesen, sich online Anregungen für die Gestaltung der Itzauen zu geben. (Diese Möglichkeit gab es nur bis zum 28. August, dann endete die Frist.)

Schon einmal machte die Stadt den Versuch mit einem "Stadtratsfernsehen". Damals wurden vom Coburger Internet-TV-Sender itv zusammenfassende Beiträge nach oder am Rand der Stadtratssitzung erstellt. Derzeit ist es nämlich laut Geschäftsordnung noch verboten, in der Sitzung Kameras oder Tonaufnahmegeräte mitlaufen zu lassen. Ausnahme ist die Aufzeichung fürs Protokoll. Sogar Fotografieren ist nur in Ausnahmefällen erlaubt oder wird geduldet, zum Beispiel bei Vereidigungen neuer Stadtratsmitglieder. sb