"Eine Entwicklung, welche wir mit großer Sorge betrachten", sagte Jagdvorsteher Bernhard Lorz bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft zu den Abschusszahlen bei einer Drückjagd der Bayerischen Staatsforsten Forchheim im Abtenberg, angrenzend an das Medlitzer Jagdrevier. Seine Kritik untermauerte Lorz mit einer Drückjagd im November, bei der 34 Rehe geschossen wurden. Während des Jahres seien aber bei Begehungen weitere etwa 15 Rehe geschossen worden.
"Diese Anzahl von Abschüssen erscheint bei der Größe des Jagdreviers mit 200 Hektar viel zu hoch", gab Lorz seinem Unverständnis Ausdruck. Außerdem sei sie laut Verbissgutachten nicht notwendig. Auch die Anrainer, die Jagdgenossenschaften aus Rattelsdorf und Unterbrunn, seien sehr besorgt über diese Entwicklung. Die Jäger der Jagdgenossenschaften müssten immer größeren Aufwand betreiben, um überhaupt noch ihre Abschüsse zu erreichen. Aufgrund dessen werde es immer schwieriger, Pächter zu finden und die Jagdpacht zu halten. Auf längere Sicht führe das nach Meinung der Jagdgenossenschaften zu Wertminderungen, was wiederum dazu führe, dass weniger Mittel zum Erhalt der Fluren zur Verfügung stehe.
Eine Beschwerde bei der Abteilung Jagd und Fischerei beim Landratsamt bezeichnete Lorz als wenig erfolgreich. Vom Landratsamt werde dargelegt, dass die Abschussquote der Bayrischen Staatsforsten, nach den bis 30. November 2015 gemeldeten Zahlen, immer noch im gesetzlichen Rahmen sei. Das sei bei einem Revierinhaber in einer Hegegemeinschaft mit der Verbissbewertung tragbar, ein 20-prozentiges Überschießen möglich und damit eine maximale Zahl von bis zu 90 Stück Rehwild zulässig. Diese Zahlen könnten sich alle drei Jahre noch steigern, kritisierte der Jagdvorsteher.
Bürgermeister Bruno Kellner (VU) lobte das Engagement der Jagdgenossenschaft. Ohne deren Einsatz blieben die Gräben ungeputzt und die Wege in schlechtem Zustand. Abschließend wies Kellner auf ein neues Heckpflegeprogramm mit einer möglichen Bezuschussung hin. red