Mit dem Thema Retrospektive "Zehn Jahre Island" ist im Kunst-Raum an der Langenzenner Straße eine ebenso einmalige wie faszinierende Ausstellung zu sehen. Die Erlanger Künstlerin Sonja Grünbaum bereiste über zehn Jahre den zweitgrößten Inselstaat Island und hielt die traumhaften Fjorde und glasklaren sowie bizarren Lavalandschaften auf Gemälden und Fotografien fest. Die Künstlerin hat sich ganz dem Thema Island verschrieben.
Ihre beeindruckenden Gemälde fangen die unterschiedlichen Stimmungen dieser archaischen Landschaft auf abstrakte und doch sehr eindrückliche Art und Weise ein. Sie gibt zu: "Meine Liebe zu Island mit den elementaren Naturgewalten sind Inspirationsquelle für meine Gemälde." Die im Kunst-Raum ausgestellten Gemälde sind eine Auswahl aus über hundert Gemälden und rund 30 000 Fotos.


Reisen zur Inspiration

Die Künstlerin bereist Island zusammen mit ihrem Mann und dem Zelt seit über zehn Jahren, um in unmittelbarer Nähe von Lava. Moos, Wasser und Eis zu sein. Sie nennt es: "Mit der Natur verschmelzen. Um die Farben und Strukturen, welche ja mikrokosmische Landschaften für sich bilden, in meinen Gemälden und Fotografien wiederzugeben."
Weltreisen sind Inspirationsquelle für ihre Gemälde, Fotografien und Objekte. Die elementaren Naturgewalten von Island oder im Regenwald von Borneo fängt sie in ihren Arbeiten ein. "Ich möchte die Schönheiten im Verborgenen sichtbar machen", so Grünbaum.
Gerade Island zeige die enorme Kraft, aber auch Verletzlichkeit der Natur und die Menschen eigentlich an die Verantwortung erinnern soll, mit der Natur respektvoll umzugehen und zu bewahren. Denn nirgendwo sonst in Europa konkurrieren die Elemente so sehr um ihren Platz wie auf Island. Feuer, Wasser, Erde: Hier steigt Schwefel hervor, dort brodelt Wasser und da zittert die Erde. Woher kommen aber die Gletscher, wenn es im Inneren der Insel so heiß ist? Island lässt die Besucher staunen vor der Schönheit und dem Ursprünglichen.


Tonschalen als Ergänzung

Mit Sonja Grünbaum präsentieren sich noch Rita Zeller mit außergewöhnlichen Skulpturen sowie Susanne Schalk mit hochwertigen Tonschalen.
Die drei Künstlerinnen verbindet etwas ganz Besonderes. Es ist die Anziehungskraft zu den Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft. Susanne Schalk zeigt Ton-Arbeiten mit natürlichen Strukturen aus dem Erdinnern und der Lava. "Das Unvollkommene, das Lebendige aus der Bewegung und das spannende Ergebnis in seiner Natürlichkeit, ergänzt mit ureigener Kraft" sind das Markenzeichen der Künstlerin Susanne Schalk.
Rita Zeller dagegen zaubert aus nützlichen und erzählenden Materialien sowie aus einem schier unerschöpflichen alten Fundus lebendige Objekte, die trotz aller Leichtigkeit auch die Erdverbundenheit spüren lassen. Die Künstlerin sagt über ihre Werke: "Die Skulpturen entstehen aus dem wahrscheinlich in jedem von uns schlummernden Drang nach Freiheit sowie Weite, Luft und Wasser.
Mit einer kurzen musikalischen untermalten Performance nahm die Sonja Grünbaum bei der Vernissage die Besucher auf eine kunstvolle Reise zu den Elementen mit.
Zum Einstimmen gab es das Gedicht: Augenblicke für die Ewigkeit", das bei eine Islandreise entstanden ist: "Eine Sinfonie in Grün leuchtet in der Sonne - Der Wind streicht über die Grasspitzen - Eine kleine Melodie, ein Augenblick für die Ewigkeit."
Bei der gut besuchten Vernissage, besuchte Manfred Braun Besucher aus Ostfriesland sowie dem Fichtelgebirge, der Heimat der Künstlerin. Eine extra Begrüßung hatte Sonja Grünbaum für sich aufgehoben: Aus dem Süden Islands, aus Vik in Myrdal, konnte sie ihre Freundin und Künstlerin Kolbrun Hjörleifsdottir begrüßen. Die isländische Künstlerin erschien mit einem eigens für die Vernissage entworfenen Wasserfallkleid. Sonja Grünbaum wurde 1962 in Oberfranken geboren. Seit 1989 lebt und arbeitet sie in Erlangen.
Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis zum 20. März zu sehen.