Ihren 90. Geburtstag feierte am Sonntag Irma Müller. Sie erblickte in Rügheim als Tochter von Ida und Gustav Hofmann das Licht der Welt. In Rügheim besuchte sie auch von 1934 bis 1942 die Volksschule. Danach übernahm sie verschiedene Putzstellen, so unter anderem im Pfarrhaus und in der dortigen Gastwirtschaft.
1949 heiratete sie Alfred Müller aus Holzhausen, den sie bei der Tanzmusik in Rügheim kennen gelernt hatte, und zog zu ihm. Ihr Mann starb 1962 an den Folgen einer Krankheit aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein Sohn, Heinz Müller, ging 1950 aus der Ehe hervor. Inzwischen ist die Familie auf zwei Enkel und drei Urenkel angewachsen.
Einige Jahre war Irma Müller im Kartonagenwerk in Hofheim beschäftigt. Zudem arbeitete sie in der Landwirtschaft ihrer Eltern, die auch von Rügheim nach Holzhausen umzogen. Dies tat sie, bis die Landwirtschaft aufgegeben wurde. Zeitweise half sie auch in der Nachbarschaft mit. Als die Mutter den eigenen Gemüsegarten nicht mehr bewirtschaften konnte, war Irma Müller täglich im Garten.
2010 und 2013 erlitt Irma Müller jeweils einen Oberschenkelhalsbruch. Seitdem ist sie an die Wohnung gebunden. Das Laufen geht nur noch mit einem Rollator. Versorgt wird sie fürsorglich von ihrem Sohn Heinz.
Weiterhin ist sie am Tagesgeschehen sehr interessiert. So liest die Jubilarin täglich nach dem Frühstück die Tageszeitung. Um geistig fit zu bleiben, löst sie auch viele Aufgaben in Rätselheften. Nach dem Mittagessen wird der Fernsehapparat angeschaltet. Der läuft dann bis zum Abend. So erfährt sie alle Neuigkeiten des Weltgeschehens.
In die Gratulantenschar reihten sich stellvertretender Landrat Michael Ziegler, der die Glückwünsche des Landkreises überbrachte, und Bürgermeister Claus Bittenbrünn ein, der namens der Stadt Königsberg gratulierte. Beide wünschten der Jubilarin noch viele Jahre in Glück und Gesundheit.
Irma Müller meinte schmunzelnd dazu: "Jetzt sin mer so alt geworden, jetzt wern mer das andere auch noch schaffen!" sn