Freunde handfester irischer Folkmusik werden am Freitag, 15. November, auf ihre Kosten kommen. Um 20 Uhr gastiert Eleanor McEvoy im Rahmen ihrer Deutschland-Tour in der Haßfurter Rathaushalle. "A Woman's Heart", veröffentlicht 1992, ist das meistverkaufte Musikalbum in der Geschichte der irischen Charts. Dieses Album und auch seine beiden gleichnamigen Nachfolger kennen viele Fans der grünen Insel. Deutlich weniger wissen vermutlich, dass der Titelsong und Namensgeber des Longplayers aus der Feder von Eleanor McEvoy stammt.

Mit einem solchen Erfolg im Rücken hätte sich die studierte Violinistin eigentlich zufriedengeben können, zumal Verträge mit großen Plattenfirmen nicht lange auf sich warten ließen. Aber Eleanor hatte andere Pläne, Ziele, die ihr wichtiger waren. Schon einmal hatte sie eine sichere Karriere beim irischen Nationalorchester über Bord geworfen, um den unsicheren Weg einer Sängerin und Songschreiberin zu beschreiten.

Eleanor McEvoy hat etwas zu sagen, sie will mit ihren Liedern berühren, mit ihren Texten aufrütteln und zuweilen gar provozieren. In ihren Songs nimmt sie immer wieder gesellschaftliche Entwicklungen kritisch unter die Lupe und macht auch vor schwierigen Themen nicht halt.

Lieder gehen unter die Haut

Ihre Lieder gehen unter die Haut, sie berühren, rütteln wach, aber sie können auch amüsant, witzig und romantisch sein. Ihre Stimme und die ansprechenden Melodien tun ein Übriges, um Eleanors Songs unvergesslich zu machen.

Die Irin ist vielseitig, zu vielseitig, um in eine musikalische Schublade gesteckt werden zu können. Ihre zahlreichen Alben, das letzte erst vor wenigen Monaten erschienen, sind ein hörbarer Beweis dafür. Mal rockt sie, mal kommt sie folkig daher, mal bluesig, mal packt sie die Geige aus und wird dann fast schon traditionell. Auf ihrem neuen Album überrascht sie gar mit einem in astreinem Französisch gesungenen Lied, eine Hommage an Edith Piaf und Georges Moustaki. Karten gibt es im Kulturamt Haßfurt, Telefon 09521/688228. red