Am 11. und 12. Oktober veranstaltete das Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Bamberg eine Fachtagung für Polizei- und Sozialwissenschaftler. Thema war: Vermittlung interkultureller Kompetenz aus pädagogisch-psychologischer Sicht. Unter den Referenten war auch Streifenpolizistin Nurgül Janker, die seit 2003 bei der Polizei ist. Die Dienstgruppenleiterin mit türkischem Migrationshintergrund arbeitet bei der Polizeiinspektion Wörth an der Donau. Der Lokalredaktion berichtete sie von ihrem Alltag und der Veranstaltung.

Welche Erfahrungen haben Sie bei der Polizei im Alltag mit Ausländern gemacht?
Ich habe vorwiegend positive Erfahrungen gemacht. Klar gibt es auch mal negative Erlebnisse, allerdings eher sehr selten. Ich könnte jetzt auch keine konkreten, spektakulären Beispiele nennen.

Sind Sie, als Polizistin mit Migrationshintergrund, auf respektloses Verhalten gestoßen?
Bis jetzt durfte ich nie Autoritätsverlust erfahren. Es kommt mal vor, dass Menschen in gebrochenem Deutsch mit mir sprechen beziehungsweise Antworten wie: "Ich verstehe Sie nicht, was haben Sie gesagt?" geben. Aber ich wurde niemals diskriminierend behandelt.

Was ist Ihre zentrale Erkenntnis, die Sie von der Tagung mitnehmen?
Die Thematik "Interkulturelle Kompetenz" gibt es immer. Hier wird diese auf den Tisch gebracht. Wir können uns untereinander austauschen und lernen viel dazu. Es gab viele interessante Themen und Anhaltspunkte, an denen ich mich orientieren kann.

Was hat Ihnen besonders gefallen?
Mir war nicht bekannt, dass es überall Projektgruppen gibt, auch bei uns, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Das war mir neu.

Wo beziehungsweise wie wenden Sie Ihre gewonnene Erkenntnis nun im Alltag an?
Ich habe viele Dinge gelernt, die neu für mich waren. Allerdings kann ich diese nicht unbedingt mit in meinen Alltag nehmen. Dadurch, dass ich sowieso zweisprachig aufgewachsen bin, verfüge ich über interkulturelle Kompetenz und kenne mich in diesem Thema aus.

Die Fragen stellte A. Gartiser