Fast sechzig Bilder von Christian Straßburger (1908 - 1945) aus dem Depot des Landschaftsmuseums Obermain werden bis Ende Oktober im Badhaus gezeigt - viele von ihnen zum ersten Mal. Darunter befinden sich einige Aquarelle und Ölbilder, doch überwiegend besteht die Ausstellung aus Holzschnitten mit meist religiösen Darstellungen.

Dem Historiker Wolfgang Schoberth, der zusammen mit Jürgen Treppner und Nina Schipkowski von der Kulturabteilung der Stadt Kulmbach die Ausstellung erstellt hat, ist hier Faszinierendes gelungen. "Straßburger lässt sich von der Holzschnittkunst Albrecht Dürers und seines Schülers Baldung Grien inspirieren, schafft jedoch etwas ganz Neues, was deutlich auf seine eigenen Lebensumstände, den Nationalsozialismus, den Führerkult und die Erwartung des Untergangs verweist."

Im Unterschied zu seinem Onkel Michel Weiß, der der traditionellen Malerei verbunden ist, öffnet sich Christian Straßburger viel stärker dem Zeitalter der Moderne. Besonders starken Einfluss auf sein Werk übt der expressionistische Künstler Ernst Barlach aus, den er während seines Studiums in Berlin kennenlernt.

"Einige von Straßburgers Bildern, wie zum Beispiel auch die ,Bergpredigt', nehmen den Barlachschen Bildzyklus ,Wandlungen Gottes' auf und schreiben ihn fort", so Schoberth.

Eröffnet wird die Ausstellung am kommenden Freitag, 24. September, um 17 Uhr bei gutem Wetter im Innenhof des Badhauses, ansonsten in der Galerie des Historischen Badhauses. Ein 3G-Nachweis ist vorzulegen. Für die musikalische Umrahmung der Eröffnungsveranstaltung sorgt die Gruppe "Alleweyl".

Normale Öffnungszeiten sind: Freitag - Sonntag, 13 bis 17 Uhr. Für Interessenten bietet Wolfgang Schoberth am Sonntag, 26. September, eine 60-minütige Führung durch die Ausstellung an. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Badhaus.

Für die Eröffnung der Ausstellung und die Führung am 26.09.2021 wird eine Voranmeldung per E-Mail unter juergen.treppner@stadt-kulmbach.de aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl erbeten. red