Hirschaid — Nach der Sommerpause hatte sich der Marktgemeinderat mit einer Reihe von Bauleitfragen zu beschäftigen. Ziel ist unter anderem die "Innenverdichtung", also die Möglichkeit, in bestehenden Wohnbereichen zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Das soll den Druck auf die Ausweisung von Baugebieten und damit den Landverbrauch verringern.
Ein wichtiges Segment ist das von Brachen und Funktionsmängeln gekennzeichnete "Quartier am Schleusenweg" östlich der Luitpoldstraße. Einstimmig beauftragte der Marktgemeinderat das Büro "plan&werk" Bamberg, die Variante "Hofgarten" zur Beschlussreife zu entwickeln. Sie sieht einen großzügigen parkartigen, autofreien Innenbereich mit Durchgangswegen zwischen der Luitpoldstraße und dem Schleusenweg vor. Im Rückbereich des Plangebiets entstehen "städtische" Gebäude mit einer Wohnfläche von rund 5000 Quadratmetern. Eine vorhandene Scheune wird als Gemeinschaftshaus oder Café integriert. Die Autos werden in einer Tiefgarage abgestellt.
Das Planungsbüro sieht gute Chancen, dass der Bebauungsplan die Kriterien der Städtebauförderung erfüllt. Gegebenenfalls winken den Bauherren erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten. Für ein Jahr wurde die bestehende Veränderungssperre verlängert.
Architekt Günter Hofmann, Hallstadt, erhielt den Auftrag, die Änderung des Bebauungsplanes "Heuwinkel" im Ortsteil Regnitzau vorzubereiten. Ausgangspunkt war das Einverständnis des Bauausschusses zu den Plänen, das Wohnhaus Austraße 22 aufzustocken.


Änderung gefordert

Dieser Bauantrag rief das Landratsamt auf den Plan. Es sieht die Grundzüge des Bauleitplanes berührt und fordert dessen Änderung. In der Zwischenzeit hat die Befragung der Hausbesitzer in dem Gebiet ergeben, dass früher oder später 19 weitere Häuser aufgestockt oder vergrößert werden sollen. Daraus ergibt sich eine wünschenswerte Nachverdichtung. Deshalb soll der Architekt Änderungen in der Zulässigkeit weiterer Vollgeschosse, Kniestöcke und Dachgauben, die Änderung der Dachneigung sowie die Zulässigkeit von Garagen und Stellplätzen außerhalb der Baugrenzen berücksichtigen.
Um einen etwa 100 Meter langen Abschnitt des Erlenwegs in Friesen "abrechnen" zu können, fasste der Marktgemeinderat einen formellen Beschluss. Nun können die rund 70 000 Euro Herstellungskosten umgelegt werden. Sieben Jahre nach der Fertigstellung erhalten die Anlieger Bescheide zwischen 4500 und 12 000 Euro, informierte Bürgermeister Klaus Homann (CSU). wb