Nase, Döbel, Rutte, Gründling - nur Fachleute kennen diese Fischarten noch. Dabei sind sie alle heimisch. Der Main ist ein Tummelplatz für sie alle. Um das einer breiten Bevölkerung wieder ins Bewusstsein zu rufen, hat der Bezirksfischereiverein Kulmbach mit vielen Mitstreitern eine neue Informationstafel am Zusammenfluss des Roten und des Weißen Mains errichtet.

Entstanden ist das, was man neudeutsch einen Infopoint nennt. Die drei großformatigen Tafeln weisen mit vielen Bildern auf die fischereilich interessanten Aspektes des Mains hin. Entstanden ist aber auch ein Ort der Ruhe, der Spaziergänger, Radfahrer und Wanderer zur Rast einladen soll. Dazu hat der Fischereiverband eigens eine Sitzbank aufgestellt und das gesamte Gelände ansprechend und barrierefrei umgestaltet.

Früher sei der Artenreichtum sogar noch größer gewesen, so erfährt man es beim Studium der Tafeln. Lachs, Stör, Meerforelle, Flussneunauge, Maifisch und sogar den Aal habe es im Main hier tatsächlich gegeben. Im Zuge der Industrialisierung habe sich der Main allerdings einem starken Gewässerausbau beugen müssen, Wasserkraft- und Schifffahrtsnutzung hätten ihr übriges getan und die aquatischen Lebensräume und Fischbestände beeinträchtigt. Die meisten dieser Langdistanzwanderer gelten heute als verschollen.

In den zurückliegenden Jahrzehnten seien allerdings viele Anstrengungen unternommen worden, um für eine bessere Wasserqualität zu sorgen und Hindernisse für Fische durchgängig zu bekommen. So sind Barbe und Nase laut Fischereiverband wieder prägend für den Fischbestand im Main.

Alle Interessierten erfahren von den neuen Tafeln auch, dass gerade der Oberlauf des Mains aufgrund seiner starken Strömung und des hohen Sauerstoffgehalts des Wassers als Forellenregion gilt. Aber auch Äschen fühlen sich in dem breiten Bachbett mit viel Kies und Geröll am Gewässerboden wohl. Wenn der Main dann breiter wird, kommen die Barben aufgrund des abnehmenden Sauerstoffgehalts und der ansteigenden Wassertemperatur ins Spiel.

Die Idee, einen Infopoint zu errichten, gehe bereits auf das Jahr 2019 zurück, sagte Frank Podhorn, Vorsitzender des Bezirksfischereivereins bei der Einweihung. Hintergrund sei das zehnjährige Bestehen der Brücke am Mainzusammenfluss gewesen. Mitgliedern sei aufgefallen, dass es zwar schon einige Infotafeln gebe, aber keine davon auf den Fischartenreichtum hinweise.

Das notwendige Baumaterial stellte die Stadt zur Verfügung, die Anlage richteten die Mitglieder des Fischereiverbands in Eigenleistung her.

Über eine weitere Aufwertung des Natur- und Tourismuspunkts "Mainzusammenfluss" freuten sich bei der Übergabe Oberbürgermeister Ingo Lehmann und Landrat Klaus Peter Söllner. Stephan Herbert Fuchs