Das machen wir gemeinsam" lautet das Motto der Caritas-Kampagne für die kommenden zwei Jahre.

Damit verbunden ist der Auftrag an uns alle, gemeinsam an einer sozialeren und gerechteren Gesellschaft zu arbeiten, die möglichst vielen Menschen gute Chancen für ein gelingendes Leben bietet.

Das wird nicht von alleine geschehen. Schon gar nicht in einer Zeit, in der das Coronavirus viele Sicherheiten infrage stellt und die Lebensweisen vieler Menschen massiv verändert. Wir erleben, dass sich die Gesellschaft immer stärker polarisiert und der gesellschaftliche Zusammenhalt abnimmt.

Gleichzeitig hat uns Corona vor Augen geführt, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind. Zahlreiche arme, alte und kranke Menschen wissen, was es bedeutet, auf Hilfe angewiesen zu sein. Ihre Existenz hängt auch davon ab, welche Unterstützung ihnen andere zukommen lassen - der Staat in Form gesetzlich geregelter Förderungen, Wohlfahrtsverbände als Dienstleister und zivilgesellschaftliche Netzwerke wie Nachbarn und Verwandte. Solidarität ist mehr als ein Schlagwort, mit dem

Politiker/innen in den Wahlkampf ziehen, Solidarität ist der Schlüssel für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade in der heutigen Zeit, der Corona-Pandemie, ist ein Leben oder Überleben erst möglich, wenn wir uns gegenüber unseren Mitmenschen solidarisch verhalten, indem wir konsequent die Corona-Regeln einhalten, wovon beide Seiten profitieren.

Corona trifft zwar alle, aber nicht alle gleich. Die Corona-Maßnahmen, die zur Eindämmung der Pandemie getroffen werden, verstärken soziale Ungleichheiten:

Die Bildung von Kindern stagniert, Risikogruppen ziehen sich aus Angst aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, enge Wohnungen erhöhen den Druck auf Familien, wer vom Mindestlohn lebt, ist besorgt, je nach wirtschaftlicher Lage, seinen Arbeitsplatz zu verlieren.

Die daraus resultierenden psychischen Spätfolgen lassen sich aktuell nur erahnen.

In Anbetracht dieser Situation müssen wir uns fragen: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Wie gelingt es uns, mit der neuen Realität klarzukommen ohne die Ellbogen zu unserem eigenen Vorteil auszufahren? Wie gelingt es uns, unsere Sorgen und Nöte mit anderen zu teilen, ohne andere zu überfordern?

Für die Caritas ist klar: Rat und Hilfe dürfen nicht zu einem Luxusgut werden, sondern müssen allen offenstehen, die darauf angewiesen sind. Die Herausforderung ist größer geworden, vielen Menschen faire und gerechte Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Doch für uns als Caritas ist das jede Anstrengung wert, denn jeder Mensch zählt und ist wertvoll. Lösungen für ein gelingendes Zusammenleben können wir jedoch nur gemeinsam erarbeiten und dürfen dabei Konflikten nicht aus dem Wege gehen.

"DasMachenWirGemeinsam" heißt daher das Motto der Caritas-Kampagne für die nächsten beiden Jahre.

Hermann Beckering ist

Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Coburg e.V.