Wie geht es weiter mit Marius Wolf? Der 25-jährige Fußballprofi aus Einberg weiß es selbst noch nicht: "Was im Sommer passiert und wo meine Reise hingeht, wird man sehen. Ich habe schließlich noch einen langfristigen Vertrag in Dortmund." Mit diesen Worten wird Wolf auf der Internetplattform sport.de zitiert.

Der laufstarke Außenbahnspieler, der inzwischen bei den Geißböcken zu einem Führungsspieler gereift ist, hat noch einen Vertrag bis 2023 beim BVB und spielt derzeit nur auf Leihbasis bei den Rheinländern.

Überlebenskampf der Geißböcke

Auch weil die Zukunft des Traditionsklubs derzeit noch unklar ist - 1. oder 2. Liga - weiß der ehemalige Jugendspieler des VfB Einberg nicht, ob er in Köln bleibt. Mit Qualitäten wie seiner Antrittsschnelligkeit auf den ersten Metern, seiner hohen Endgeschwindigkeit und vor allem seinem ausgesprochenen Siegeswillen hat er die Verantwortlichen längst überzeugt. Entscheidend für seinen Verbleib in der Domstadt wird aber sein, ob sich die Kölner den Oberfranken auf Dauer überhaupt leisten können! Und ob Wolf auf seinen durchaus lukrativen Vertrag und damit auf jede Menge Geld aus Dortmund verzichtet! Laut "Bild" verdient der Leihspieler in Dortmund immerhin stolze fünf Millionen Euro pro Spielzeit. Kaum ein anderer Bundesligist wird für den DFB-Pokalsieger von 2018 so viel Geld auf den Tisch legen.

Und welche Rolle spielt der bekennende Löwen-Fan Wolf überhaupt noch im Konzept der Dortmunder? Dort wird bekanntlich ab der neuen Saison Marco Rose Trainer. Und Sportdirektor Michael Zorc hält sich zu dieser Personalfrage noch bedeckt: "Wir beobachten das natürlich. Diesbezüglich haben wir noch keine finale Entscheidung getroffen", sagte der 58-Jährige gegenüber sport.de.

Fünf Millionen Ablösesumme

Nach seinem Wechsel im Sommer 2018 von Eintracht Frankfurt zu Borussia Dortmund für eine Ablösesummer in Höhe von fünf Millionen Euro hatte sich der Einberger im Ruhrpott mehr als die Reservistenrolle erhofft. Doch auf der rechten Außenbahn war die Konkurrenz beim "schwarzen-gelben" Spitzenklub enorm groß. Der Durchbruch gelang ihm nicht, obwohl er in etlichen Partien, egal ob in der Bundesliga oder sogar in der Champions League, starke Leistungen zeigte. Die logische Konsequenz: Der BVB bot Wolf an und die Hertha aus Berlin schlug auf Leihbasis zu.

Doch wie schon 2016, als er kurze Zeit für Hannover 96 auf Torejagd ging, wurde er in der Hauptstadt - egal ob unter Jürgen Klinsmann oder Bruno Labbadia - nicht besonders glücklich. Seit Beginn der laufenden Saison kickt Wolf nun also für den 1. FC Köln. Und dort hat er wieder Spaß. Kein Wunder, denn der 25-Jährige gehört trotz eines Zwischentiefs - nach Meinung von FC-Experten wurde er zu defensiv eingesetzt - zu den Führungsspielern. Ein echter Hoffnungsträgern im Abstiegskampf. "Ich sehe es als meine Aufgabe an, Verantwortung zu übernehmen. Es ist für mich der nächste Schritt, in eine solche Rolle hineinzuwachsen", erklärte Wolf jüngst gegenüber dem Kölner "Express". Der Status der Leihgabe hindere ihn daran nicht, versichert der Ende Mai 26 Jahre alt werdende Rechtsfüßler.

Tor von Hector vorbereitet

Beim 2:1-Überraschungssieg am Dienstagabend gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig bereitete der Einberger eines von zwei Hector-Toren geschickt vor. Nicht erst nach diesem Dreier ist Wolf absolut vom Klassenerhalt seiner Domstädter überzeugt. Doch was passiert danach? Nach aufregenden Jahren mit zahlreichen Vereinswechseln dürfen die Wolf-Fans - und davon gibt es gerade im Landkreis Coburg viele - gespannt sein, wohin die Reise des an vielen Körperstellen auffällig tätowierten Flügelflitzers am Saisonende führt. oph