Der landwirtschaftliche Berufsnachwuchs kommt überwiegend aus den oberfränkischen Landkreisen Bamberg, Coburg, Kronach und Lichtenfels. Wie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg mitteilt, ging ein Großteil der Absolventen den klassischen Weg der dualen Ausbildung und hat sich in Berufsschule und Lehrbetrieb sein Wissen und Können angeeignet. Für zehn von ihnen ist es aber bereits der zweite Beruf. Ungefähr ein Jahr lang drückten sie nach Feierabend die Schulbank. Im Kursangebot Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) am Landwirtschaftsamt im Bamberg wurde ihnen das nötige Know-how vermittelt.

An zwei Prüfungstagen mussten sie ihr Wissen und Können in Tierhaltung, Pflanzenbau, aber auch in Wirtschafts- und Sozialkunde unter Beweis stellen. Alle haben sich in Theorie und Praxis wacker geschlagen, betont der Prüfungsausschussvorsitzende Holger Heilingloh.

Dieses Jahr musste die Freisprechungsfeier abgesagt werden. Die Zeugnisse gingen per Post an die Landwirte. Dies sollte aber keineswegs die Anerkennung der Leistungen der Absolventen und das Engagement aller an der Ausbildung Beteiligten schmälern, so Bildungsberater Klaus Reininger. Wichtig für den landwirtschaftlichen Berufsnachwuchs sind natürlich in erster Linie die Berufsschule und die Ausbildungsbetriebe. Aber ohne engagierte Prüfer und die Betriebsleiter, die ihren Hof für die Prüfung zur Verfügung stellen, kann die Ausbildung nicht abgeschlossen werden. Und dabei fiel dieses Jahr die Prüfungswoche bei den meisten Betrieben in die Heuernte oder das Silieren von Gras.

Die drei Besten haben alle den Weg der dualen Ausbildung gewählt. Jahrgangsbester ist Magnus Kempfle aus Günzburg mit der Traumnote 1,19. Der schwäbische Landwirt kam nach Oberfranken, um auf dem Bio-Betrieb der Familie Weiß aus Laibarös seine Ausbildung abzuschließen. Für ihn ist die Ausbildung die praktische Grundlage für das Studium Agrarbiologie, mit dem er im Herbst in Hohenheim beginnen möchte.

Patrick Sämann (Note: 1,84) steigt in den elterlichen Zucht- und Mastschweinebetrieb ein und möchte sich ab nächstem Jahr in der Landwirtschaftsschule am Landwirtschaftsamt in Coburg zum Meister fortbilden. Maximilian Platsch (Note: 2,09) stammt aus Herreth und hat seine Ausbildung auf Gut Merkendorf bei Familie Porzelt absolviert. Auch er möchte die Landwirtschaftsschule besuchen. Heilingloh zeigte sich beeindruckt von der Zielstrebigkeit der jungen Männer.

Wer sich zum Wirtschafter oder Meister fortbilden will und nächstes Jahr mit der Landwirtschaftsschule starten möchte, sollte bereits ab September das Praxisjahr besuchen. An rund zehn Schultagen und mit kleinen praktischen Projekten werden die Schüler auf den Unterricht vorbereitet, gab Anton Weig, Lehrer für Pflanzenbau, den jungen Landwirten mit auf dem Weg.

Weitere Informationen zur Landwirtschaftsschule gibt es unter Telefon 09561/769-0. Für die duale Ausbildung ist die Anmeldung in der Berufsschule unter 09561/895000 möglich. red