Vor vollem Haus referierten der Holocaust-Überlebende Herbert Hillel Goldberg (Jerusalem) und sein Sohn Gabriel in der Forchheimer Kreuzkirche über "Israel - im Blickfeld der Bibel in Zeiten von Krisen und der Zukunft".

"Israel wird verfolgt nicht wegen dem wenigen Land in Palästina", führte der 88-jährige Familienvater aus, in Polen aufgewachsen und nach 40 Jahren USA und zwölf Jahren in Deutschland jetzt zuhause in Israel, "sondern wegen seinem Status: das von Gott für ewig erwählte Volk seines Eigentums!"

Gabriel Goldberg informierte über das Aufklärungs- und Hilfswerk "Lema an Zion", von seinem Vater gegründet "um Zions willen", der jetzt Präsident und internationaler Fernseh-Gast sowie Träger des polnischen silbernen Verdienstkreuzes ist.

Über 9000 Bedürftige erhalten aktuell Lebensmittelpakete, Verpflegung in Suppenküchen, durch Terrorangriffe Traumatisierte therapeutische Hilfe. Der 1948 gegründete Staat Israel - 2018 feierte er sein 70. Jahresfest - kenne keine Apartheid: Juden und Araber kaufen in gleichen Läden ein, besuchen gleiche Universitäten, leisten Militärdienst in der gleichen Armee.

Raketen

Trotz Hunderttausender Raketen, in Nachbarländern Israels gelagert zur Vernichtung des Judenstaates, "sind wir unvernichtbar", sagte Goldberg, "haben wir doch Gott zum Bündnispartner." Seine Bitte: "Betet für Israel und seine Nachbarn, für Frieden im Nahen Osten und bittet die Politiker um Beistand für Israel!" Die rund 150 Zuhörer nahmen es Hillel Goldberg dann ab: "Wir hassen nicht und tragen nicht nach."

Goldberg senior, der als Neunjähriger die Erschießung von Vater und Bruder durch Nazis erleben musste, erinnerte an die heutige massenhafte Verfolgung von Christen in über 50 Ländern. Und er berichtete freudig: "Doch mir hat Gott meine Frau Lea, zwei Söhne und elf Enkel geschenkt, eine große neue Familie."

"Von Gott Erwählte"

"Ist nicht die Existenz Israels seit 71 Jahren wie eine große Flagge, die auf unseren erfahrbaren Gott zeigt?", fragte Hillel Goldberg. Der kleine, aber stimmgewaltige Rabbiner behauptete: "Wir Juden sind etwas Besonderes - von Gott Erwählte und Bewahrte."

Begrüßt hatte Mitinitiator Franz Renker (Hausen) mit persönlichen Erinnerungen an die dunkle Zeit Deutschlands. Mit deutschen und hebräischen Liedern umrahmte Manuela Aheimer auf der Gitarre den Vortragsabend, bewegend zum Abschluss die Nationalhymne "Hativa" - "Hoffnung".

Israel-Reise

Pfarrer Martin Kühn (Forchheim/Thuisbrunn) informierte über Israel-Abende vom Arbeitskreis "Suchet der Stadt Bestes" in Nürnberg, die geplante Studienreise "Israel - Land der Bibel, der Gegensätze und Faszination" im Frühjahr 2020 und sprach den jüdisch-christlichen aaronitischen Segen.

Kontakt

Begegnung war dann noch angesagt mit beiden Referenten und auch untereinander. Reise-Infos gibt es unter Telefon 09191/7941433 oder E-Mail an pfar rer.mar tin.ku ehn@web.de. Ein weiterer Vortragsabend mit den Goldbergs findet unter anderem noch in Burk statt. red