Seit Jahresbeginn begleitet der neue Jugendmigrationsdienst (JMD) der Geschwister-Gummi-Stiftung junge Menschen mit Migrationshintergrund. Die erfahrenen Mitarbeiterinnen beraten und begleiten ihre Klienten persönlich und mit medialer Unterstützung.

Auch für junge Menschen mit Migrationshintergrund ist die Corona-Pandemie allgegenwärtig. "Integration ist nichts, was man ausschließen oder verschieben kann wie vielleicht einen persönlichen Termin irgendwo", weiß Mariola Kemnitzer. Sie arbeitet mit Vanessa Druse-Baum seit Januar im JMD. "Sie leben jetzt und hier, genauso wie wir, und wir haben die gesellschaftliche Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie ihren Weg finden und das zu jeder Zeit." Als Fachdienst begleitet der JMD junge Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren mit Migrationshintergrund durch individuelle Angebote und professionelle Beratung auf dem Weg zur schulischen, beruflichen und sozialen Integration. Es können Geflüchtete mit anerkanntem oder offenem Aufenthaltstaus, aber auch aus anderen Beweggründen zugezogene Jugendliche, Männer und Frauen sein. "Wir sind für alle jungen Migranten da, unabhängig vom Herkunftsland", betont Druse-Baum.

Die individuelle Einzelfallhilfe bildet dabei den Kern des Jugendmigrationsdienstes: Sie beinhaltet sozialpädagogische Beratungen rund um das Asylverfahren, einen geeigneten Ausbildungsberuf, das Bewerbungsverfahren und weitere schulische Einrichtungen. Auch eine individuelle Förderplanung und Begleitung, etwa beim Übergang von der Schule in den Beruf oder bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven, findet statt und ist langfristig angelegt.

Corona-bedingt bieten die beiden Mitarbeiterinnen derzeit Einzeltermine an, bei denen beide Gesprächspartner eine Maske tragen und den Sicherheitsabstand wahren. Auch Telefonate erfreuen sich großer Beliebtheit. Das sprachliche Niveau sei unterschiedlich, in allen Fällen zeigen sich die Jugendlichen jedoch motiviert.

? Die studierte Politologin Vanessa Druse-Baum arbeitet seit drei Jahren im Team der Jugendwerkstatt und betreute bislang das Projekt "Brückenbauer". Neben der Tätigkeit im JMD begleitet sie die Auszubildenden der Jugendwerkstatt bei ihren Bewerbungsaktivitäten. ? Die Sozialpädagogin Mariola Kemnitzer wiederum kann auf eine große Erfahrung in der offenen Kinder- und Jugendarbeit zurückblicken.

Die beiden Mitarbeiterinnen planen Kurse zur beruflichen Orientierung, eine Medienwerkstatt, ein Anti-Rassismus-Workshop sowie eine interkulturelle Mädchengruppe. Die beiden Frauen sind motiviert, die Jugendlichen ein Stück weit mit durch die Corona-Krise zu tragen: "Wir müssen damit leben und das Beste daraus machen. Wir unterstützen unsere Klienten, damit sie nicht hinten runterfallen, weil vieles aktuell nicht möglich ist", so Vanessa Druse-Baum. Geduld und Empathie seien gefragt. red