von unserem Mitarbeiter Hartmut Klamm

End — In der Bürgerversammlung ging es vorrangig um die Wasserversorgung und die mangelnde Qualität des Wassers in Krögelhof und Kaider. Werner Merklein, der Vorsitzende der Wassergruppe, erklärte, dass er als Vorsitzender verpflichtet sei, für eine einwandfreie Qualität für das Lebensmittel Nr. 1 zu sorgen. Hier habe das Landratsamt, Abteilung Gesundheitswesen, auf die Notwendigkeit einer Qualitätsverbesserung hingewiesen.

Vier Varianten möglich

Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) erklärte, dass im Stadtrat darüber noch nichts beschlossen worden sei, denn man wolle dazu auch die Meinung der Bürger hören. In beiden Ortschaften liege der Wasserverbrauch bei zirka 6200 cbm im Jahr, der sich mit 56 Prozent auf Kaider und 44 Prozent auf Krögelhof verteilten. Kohmann erläuterte die vier Möglichkeiten und die Kosten, die sich daraus ergeben würden. Dabei entstünden bei allen vier Varianten für die Renovierung des Hochbehälters und des Entlüftungsschachs Kosten von rund 40 000 Euro. Bei Variante eins wered im Zuge der Wasserversorgung und des Kanalbaus der Gemeinde Scheßlitz von Stübig aus für die Orte Dörrwasserlos und Marienberg, die im Moment noch von der Krögelhofer Wassergruppe mit versorgt werden, ein Schieber bei Dörrwasserlos eingebaut, bei dem man dann getrennt von den beiden Ortschaften die Leitung nach Krögelhof verlegen könnte. Hierbei entstünden anteilige Kosten auf der Gemarkung Scheßlitz von rund 140 000 Euro. Von dort könnte dann die Leitung nach Krögelhof verlegt werden und an die alten Leitungen angeschlossen werden, die den Hochbehälter in Kaider speisen. Somit würde die Wasserversorgung nicht mehr von Kaider kommen, sondern von Krögelhof. "Damit hätten wir eine Versorgungssicherheit und eine gute Qualität des Wassers durch die FWO mit einem Härtegrad von 6,5. Der Abnahmepreis liegt derzeit bei 1,40 Euro."
Variante zwei könnte so aussehen, dass die Stadt die alte Anlage restauriere, wobei in den Hochbehälter eine UV-Filteranlage eingebaut werden müsse. Dabei entstünden Kosten von rund 73 000 Euro. Sollte diese Maßnahme nicht in den Hochbehälter passen, müsse auch ein neuer Hochbehälter gebaut werden, wobei nochmals 40 000 Euro aufzubringen wären.
Variante drei wäre, die beiden Orte an die Klinik der LVA anzuschließen. Hier müsste eine neue Verbindungsleitung verlegt werden mit Kosten von 73 000 Euro, wobei wegen des Höhenunterschiedes ein neues Pumpenhaus mit sehr teuren frequenzgesteuerten Pumpen, in Kaider gebaut werden müsste. Bei einem Stromausfall, wäre Krögelhof ohne Wasserversorgung.
Bei der vierten Variante wäre ein Anschluss über die Wasserversorgung Lichtenfels denkbar. Hier müsste in Schwabthal ein Pumpenhaus gebaut werden. Die Kosten für dies Maßnahme betrügen insgesamt 191 000 Euro. "Wir haben vier Möglichkeiten, aber wir werden um die erste Variante nicht herumkommen", sagte der Bürgermeister.
Auf die Frage von Markus Zipfel, was passiert, wenn die Leitung nach Krögelhof defekt werden würde, konnte Wassermeister Wolfgang Polster Entwarnung geben, denn man könne in das bestehende Gusseisenrohr ein PVC-Rohr einschieben.
Alfred Schnappauf aus Kaider wollte wissen, ob auf die Einwohner zusätzliche Kosten zukommen würden. Wolfgang Polster gab an, dass ein Feinfilter und ein Druckminderer sowieso eingebaut werden sollte, da kämen nur Kosten von 180 Euro auf die Einwohner zu. Die Probeabstimmung ergab ein fast einstimmiges Ergebnis für den Anschluss an die FWO.

Breitband: drei Anbieter

Bürgermeister Kohmann erklärte noch, dass die Verbindungsstraße von Krögelhof nach Kümmersreuth demnächst in Angriff genommen werde. Auf die Frage nach dem Breitbandanschluss in Krögelhof konnte Kohmann Positives berichten: Es hätten drei Anbieter Interesse bekundet und in der Juni-Sitzung des Stadtrates werde diese Maßnahme vergeben.