Nachdem sich bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf ein positiv getesteter Corona-Fall offenbart hat, wurden insgesamt 87 Personen, Mitarbeiter wie Bewohner, durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit extra getestet. Wie der Leiter des Gesundheitsamtes Erlangen-Höchstadt, Frank Neumann, bestätigt, gab es keine weiteren positiven Befunde. Dies sei, so Neumann, "äußerst außergewöhnlich und höchst erfreulich".

Die Leitung der Gremsdorfer Einrichtung für Menschen mit Behinderung mit 460 Mitarbeitern und 315 Bewohnern verweist in einer Pressemitteilung darauf, dass bereits seit dem 18. März die Werk-, Förder- und Seniorentagestätten behördlicherseits vorsorglich geschlossen wurden, so dass alle Bewohner in den Wohngruppen betreut werden.

Die hohen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen seien einfach vorbildhaft, erklärt Neumann weiter. Schon frühzeitig wurden abgetrennte Quarantänegruppen errichtet und entsprechend ausgestattet, so dass Bewohner, die von einem Heimatbesuch oder einem Krankenhausaufenthalt zurückkommen, konsequent separiert werden können. Durch diese strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen können sogar Neuaufnahmen vorgenommen werden. Dies sei, so Neumann, eine lobenswerte Ausnahme unter den Behinderteneinrichtungen.

Die Verantwortlichen der Barmherzigen Brüder Gremsdorf sorgen außerdem dafür, dass durch ein Schichtarbeitssystem Kontinuität in den jeweiligen Wohngruppen gewährleistet wird. Möglicherweise auftretende Infektionsketten könnten dadurch leichter nachvollzogen werden.

Die Besuchsregelung wurde zwar mit Einschränkungen gelockert, trotzdem schauen die Barmherzigen Brüder Gremsdorf mit großer Sorgfalt darauf, dass alle Hygienevorschriften sowohl auf Seiten der Besucher als auch der Besuchten akribisch eingehalten werden. Die Besuche finden ausschließlich in einem Raum, abseits des übrigens Gruppengeschehens, statt. Die Anzahl der Besucher bleibt vorerst einmal reglementiert.

Die Einrichtung der Barmherzigen Brüder Gremsdorf hat auch damit begonnen, die Fachschule für Heilerziehungspflege/-hilfe wieder hochzufahren; die Abschlussklasse, die sich auf ihre Prüfungen vorbereitet, ist wieder in den Räumlichkeiten der Schule zurück, freilich mit gebührendem Abstand zwischen den einzelnen Schülern. Außerdem findet eine Trennung zwischen externen und internen Schülern statt.

Werkstatt langsam öffnen

In Planung ist eine langsame und wohlüberlegte Öffnung der Werkstatt. Förderstätte und Seniorentagesstätte müssen dagegen vorerst noch geschlossen bleiben. Hier ist man sich wohl bewusst, dass Hygienemaßnahmen - vor allem die Abstandsregelungen - große Vorbereitungsarbeiten beinhalten.

Bewusst hob das Gesundheitsamt auch den engen, täglichen Kontakt mit der Gremsdorfer Behinderteneinrichtung hervor. Um alle Maßnahmen bezüglich der Corona-Vorsorge auch passgerecht und zeitlich angepasst zu überprüfen und falls nötig einzugreifen, tagt bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf täglich ein Krisenstab, geleitet vom Geschäftsführer der Einrichtung. Was außerdem zum jetzigen Zeitpunkt gewährleistet werden konnte, ist der gesicherte und ausreichende Nachschub an Schutzmaterialien. js