Josefine und Franz Wohlpart sitzen mit ihren Kindern und deren Lebenspartnern zusammen am Küchentisch. Darunter auch die Erste Bürgermeisterin von Viereth-Trunstadt, Regina Wohlpart: Sie ist die Schwiegertochter der beiden. Es gibt Grund zu feiern, denn die beiden sind seit 60 Jahren verheiratet. Eine lange Zeit, an die sie sich heute noch gerne zurückerinnern.


Ein Herz und eine Seele

Im zarten Alter von 17 Jahren lernte sich das Ehepaar kennen. Josefine (heute 82) und Franz (81) trafen sich in der Gastwirtschaft "Tanzboden" in Roßstadt. Der ehemalige Heizer lächelt, als er erzählt, was ihm an seiner Auserwählten besonders gefallen hat. "Der hat mich gemöcht", lacht die Bambergerin. "Na das ging doch von beiden Seiten aus, oder?", neckt sie ihr Mann. Die beiden haben sich auf Anhieb verstanden.
Vier Jahre später wollten sie ihre Liebe besiegeln und ließen sich am 5. Oktober 1956 standesamtlich und einen Tag später kirchlich trauen. Sie zogen zusammen in das Elternhaus von Franz Wohlpart. Zwei Jahre später bekamen Josefine und Franz ihre erste Tochter. In den nächsten Jahren folgten noch zwei Söhne und ein weiteres Mädchen. Josefine sorgte zu Hause für ihre vier Kinder, die Schwiegereltern, deren Eltern und die vier Kühe des Hofes, während ihr Mann erst als Heizer, dann als Arbeiter in einer Fabrik das Geld für die Familie verdiente.
Es gab also immer ein volles Haus. "In unserer Küche hat sich alles abgespielt", erzählt Josefine. "Ich liebe das Familienleben!" Die Familie legt bis heute großen Wert darauf, sich regelmäßig zu sehen und lädt gerne alle Verwandten ein. Dann sitzen sie in ihrer Küche, wie sie es schon immer getan haben. Es gibt heuer nur einen Unterschied zu früher: Sechs Enkelkinder sowie ein Urenkel sind nun mit dabei.
Das Ehepaar war so gut wie nie räumlich getrennt, sie haben alles zusammen gemacht. Franz erinnert sich: "Wir haben uns immer gut verstanden!" Die beiden kümmerten sich gemeinsam um den Bauernhof, den Garten und verreisten gerne am Wochenende. "Am liebsten in die Berge", schwärmt der Familienvater. Auch in schweren Zeiten hat das Paar zusammengehalten. Vor zehn Jahren entdeckten Ärzte einen Tumor im Kopf der 82-Jährigen. Dieser galt erst als inoperabel, was der Familie große Sorgen bereitete.


Schwere Krankheit überstanden

Doch sie hatte Glück: Der Tumor konnte entfernt werden und die Bambergerin wurde wieder gesund. Umso größer ist die Freude, dass sie und ihr Mann nun Diamantene Hochzeit feiern dürfen. "Meine Mutter ist mit nur 35 Jahren gestorben. Niemals hätte ich gedacht, dass ich und Franz 60 Jahre verheiratet sein würden." Es kommt eben doch oft anders, als man denkt.