Der Arge Alp Orientierungslauf (OL) ist einer der traditionsreichsten Wettbewerbe für die bayerischen Orientierungsläufer. Seit 1991 wird er in einer der zehn Arge-Alp-Mitgliedsregionen ausgetragen. In den zurückliegenden Jahren setzte sich das bayerische Team stets in der Spitzengruppe der Länderwertung fest und erreichten mehrfach Rang 4.

Bei der diesjährigen Auflage in Flumserberg (St. Gallen, Schweiz) gelang sogar der geplante Angriff auf den dritten Platz. Denn erstmals schaffte es die Mannschaft um Teamleader Valerio Casanova (Regensburg) aufs Länderkampf-Podest.

Die ausrichtenden Vereine OLG St. Gallen/Appenzell und OL Regio Wil präsentierten den knapp 700 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz zwei bestens organisierte OL-Tage bei strahlendem Spätsommerwetter, angenehmen Temperaturen und einer atemberaubenden Bergkulisse.

Ziel auf 1600 Metern

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Bereits zum Staffellauf am ersten Tag ging es für die Teilnehmer mit der Bergbahn auf die Prodalp, wo auf knapp 1600 Meter Höhe das Zielgelände lag. Die Staffelteilnehmer erwartete ein steiles Almen- und Bergwaldgelände mit großen Wiesen und nur geringen Waldanteilen. Entsprechend hoch war der physische Anteil der orientierungstechnisch vergleichsweise einfachen Bahnen.

Die bayerischen Staffeln konnten gleich vier Medaillen erringen. Eine davon ging an Thomas Scheler. Als Schlussläufer seiner Herren-55+-Staffel spielte er seine ganze Routine und Fitness aus und verhalf seine beim Wechsel noch auf Platz 8 liegenden Team mit letztendlich nur sieben Sekunden Rückstand zu Platz 2 zum Podium und zur Bronzemedaille.

Daniel Cionoiu erlief sich mit seiner H14-Staffel Rang 5. Mit diesen bereits wertvollen Punkten und drei weiteren Podestplätzen lag das Bayernteam in der Länderwertung nach dem Staffellauf auf dem dritten Platz, jedoch nur mit knappem Vorsprung auf die starken Teams aus Graubünden und dem Trentino.

Der Einzellauf wurde im benachbarten Gelände zum Vortag mit Zielareal auf der Tannenbodenalp auf knapp 1400 Meter Höhe ausgetragen. Zum Start wurden die Teilnehmer mit dem Sessellift auf das "Chrüz" mit über 1600 Meter transportiert, wo die erneut sehr steilen und ruppigen Strecken ihren Anfang nahmen.

Die längeren Bahnen drangen auch bis in das Laufgelände des Vortages vor und erreichten Höhenlagen von knapp 1900 Meter. Durch die steilen Anstiege und Abhänge sowie den ruppigen, unebenen Untergrund war an schnelles Laufen in vielen Teilen der Strecken nicht zu denken. Erneut war die physische Komponente entscheidend für gute Zeiten und Platzierungen.

Zwei Sekunden fehlten zu Bronze

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Gleich mehrere bayerische Athleten schrammten mit Platz 4 knapp am Podium vorbei. Am knappsten erwischte es Thomas Scheler, der in H55 nur zwei Sekunden hinter Bronze lag. Doch auch den viertplatzierten Uwe Weid in H45 fehlte nicht viel zum Podium.

Die weiteren Ergebnisse der Coburger "Orientierer": Anton Tatzel Platz 21 und Daniel Cionoiu Platz 33 in H14, Sebastian Vetter Platz 36 in Herren Elite, Gheorghe Cionoiu Platz 18 in H40, Antonia Jacobi Platz 19 in D14, Martina Huth Platz 8, Irma Schwarzkopf Platz 1 und Angelika Platz 20 in der D60.

Diese und zahlreiche weitere gute Platzierungen an diesem Tag brachten wertvolle Punkte in allen Kategorien und sorgten dafür, dass das bayerische Team das enge Rennen um die Podiumsplätze der Regionenwertung für sich entscheiden konnte.

So war der Jubel im Bayern-Team groß, als auf Rang 5 Graubünden und Rang 4 Trentino verlesen wurde. Denn damit war klar, dass Bayern hinter dem siegreichen Ticino und den zweitplatzierten Gastgebern aus St. Gallen den dritten Platz unter den zehn Arge-Alp-Regionen erreichte. ts